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Das Circuskind Damiet van Dalsum

Damiet van Dalsum erklärte erst einmal, dass sie nun eine Geschichte erzählen werde und dass es an keiner Stelle irgendeinen Grund für die kleinen Zuschauer gäbe sich zu fürchten.
Dann zog sie ihre schwarzen, ellenbogenlangen Handschuhe an, stieg auf das Bühnenpodest, trat hinter die Bühne und ließ ihre Marionettenwesen auftreten.
Im Mittelpunkt der Geschichte stand Oroega, ein kleiner Junge, der ganz anders war als die anderen Kinder. Er bestand nur aus einem großen Kopf und hatte den Körper einer Raupe. Die Kinder auf dem Schulhof hänselten ihn: „Tatata willst du tata auf der Messe stehen oder im Zirkus deine Tricks spielen?“ Am liebsten wäre Oroega weggeflogen. Aber das ist sehr schwierig, wenn man keine Flügel hat und keine Arme und Beine. Er fühlte sich sehr einsam und so begann er zu träumen. Auf den Flügeln der Traumkönigin kam er zum FLIEGENDEN ZIRKUS. Und hier, bei den Tieren und Artisten schaffte er es, Kunststücke nachzumachen und die Löwen zu zähmen. Er begegnet der Bauchtänzerin, einer Marionette aus Muscheln und Perlenschnüren, und er balanciert auf einem Seil, das er mühsam über eine Strickleiter erklimmt. Er ist ein wichtiger Teil der Gemeinschaft und niemand lacht ihn aus. Schließlich erhält er von der Traumkönigin wunderschöne Flügel, wie ein Schmetterling.
Damiet von Dalsum schuf mit ihren eigenwilligen Figuren und ihrer Erzählweise ein Gesamtkunstwerk, das die großen und kleinen Zuschauer in gleicher Weise faszinierte.