Rückblick

32. Pole Poppenspäler Tage 2015

Puppenspieler stellen sich vor:
Damiet van Dalsum

Damiet van Dalsum studierte zwei Jahre an der renommierten Akademie für Schauspiel in Maastricht, die viele bekannte Fernseh- und Filmschauspieler, Regisseure, Intendanten, Theatergestalter, Theater- und Drehbuchautoren hervorbrachte. 1965 kam sie eher zufällig mit dem Puppenspiel in Berührung. Eine Freundin fragte sie, ob sie nicht eine erkrankte Kollegin in einem Puppenspiel vertreten könne. Es war der Beginn eines lebenslangen Lernprozesses. Seit 1967 betreibt Damiet van Dalsum ihr eigenes kleines Theater für 40 Zuschauer im niederländischen Dordrecht. Zunächst spielte sie mit Handpuppen, ab 1983 mit Marionetten. 25 Jahre – bis 2010 - organisierte sie das Puppentheaterfestival in Dordrecht bevor sie, schweren Herzens, dessen Organisation niederlegte. Von 1997 bis 2001 war sie künstlerische Leiterin des Puppentheater Magdeburg. In dieser Zeit kreierte sie mehrere erfolgreiche Stücke, darunter „Der Zauberer der Smaragdenstadt“, eine russische Nachdichtung des „Zauberer von Oz“. 2005 richtete das Zentrum für Bildende Kunst in Dordrecht eine Retrospektive mit den Werken aus. Sehr lebhaft und offen erzählte sie von dem Beginn ihrer Tätigkeit als Figurenspielerin. Vorbilder hatte sie nicht. Sie entwickelte ihren eigenen Stil und auch die technische Seite des Metiers erlernte sie autodidaktisch. Sie war die älteste in einer großen Familie und lernte schon früh, Geschichten zu erzählen. Nun erzählt sie Geschichten mit Puppen. Im Zentrum ihrer Stücke steht die Einsamkeit des Kindes und wie Kinder sie überwinden können. Ihre Wesen erschafft sie aus Fundstücken, die dann eine ganz eigene Ästhetik entwickeln, wie man u.a. auf der Rückseite des diesjährigen Programmheftes der Pole Poppenspäler Tage nachvollziehen konnte. Aktuell gibt es eine Ausstellung ihrer Figuren im spanischen Tolosa. Zu dieser Ausstellung gibt es wieder einen Katalog, der Werke ihres künstlerischen Schaffens aus den vergangenen 40 Jahren zeigt. Sie selbst hat die Figuren immer nur als Ausdrucksmittel für ihre Theateraufführungen angesehen und sich über Pflege oder Verbleib der Marionetten keine Gedanken gemacht. Dies setzte erst mit den Vorbereitungen für die erste Ausstellung 2005 ein. Wir danken Damiet van Dalsum für diese wunderbare Plauderstunde, in der wir so viel über sie und ihre Arbeit erfahren durften.