Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2015

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Das Räuberstück Tom Kyle Puppentheater, Kiel

Ein völlig neu geschriebenes Stück im Stil der Hohnsteiner vereinigte Handpuppen aus der Hand Theo Egginks und Till de Kocks in besonders charmanter Weise. Die Aufführung war Teil des diesjährigen Schwerpunktes der Pole Poppenspäler Tage, der den einhundertsten Geburtstag des Figurenbildners Till de Kock würdigte. Zu den Protagonisten zählten: Kasper, Seppel, Gretel und die Großmutter aber auch Teufel und Luftgeist, Räuber und Polizist. Besonders liebenswert in wortlosen aber keineswegs tonbefreiten Rollen: zwei pfiffige Clowns. Und dann gab es noch Mr. Brown. Hier floss eine Kindheitserinnerung des Autors Wolf Buresch ein: Als kleiner Steppke begegnete er zum allerersten Mal einem Schwarzen und bestaunte ihn mit großen Augen. Der bemerkte das Interesse und sprach ihn an: „Na, Kleener, haste noch nie nen Eisverkäufer gesehen?“ Die Geschichte selbst: verwickelt! Die Figurenführung: präzise. Und besonders schön war es für all die Zuschauer, die als Kinder die Schallplatten und Kassetten der Hohnsteiner gehört hatten, denn hier fanden sie genau die richtige Tonlage wieder.
Nach dem Spiel gab es reichlich Gelegenheit, hinter die (nach Hohnsteiner Vorbild gebaute) Bühne zu schauen, die Figuren aus nächster Nähe zu bestaunen und Erinnerungen an Aufführungen anderer Jahrzehnte nachzuhängen.