Rückblick

32. Pole Poppenspäler Tage 2015

Das Tapfere Schneiderlein
Theater Zitadelle, Berlin

Auch in diesem Teil des märchenhaften „Tryptichons“ entfaltet Daniel Wagner wieder ungeahnte Komponenten seiner komödiantischen Ausdrucksweisen. Als König betritt er die Bühne. Er hat es geschafft! Für die „Großen“ ist es die Geschichte eines „Selfmademans“ der die Gelegenheiten, die ihm gegeben werden, geschickt ausnutzt. Für die Kinder ist es das bekannte Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Nun wartet das Schneiderlein, das seine Frau, neben den Regierungsgeschäften, natürlich immer noch mit eigenen Kreationen einkleidet, darauf, dass die schwangere Königin endlich fertig für den Ball umgezogen ist. In bester „Yellow Press“-Manier wird hier aus dem Nähkästchen „bei Königs zu Hause“ geplaudert, also Einblicke hinter die Kulissen gewährt, wie es denn zu dem märchenhaften Aufstieg kommen konnte. Da muss man die Frau des Königs auch gar nicht leibhaftig sehen. Und so erfährt man, wie es dazu kam, dass ein angeberisches Schneiderlein, das „Sieben auf einen Streich“ erledigte, am Ende eine Königstochter ehelichen und sich vielleicht doch noch zu einem verantwortungsbewussten Herrscher entwickeln konnte. Oder hat er einfach nur Spaß und ist glücklich mit seiner wachsenden Familie? - und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.