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Die Burg Theater PassParTu, Eppingen

Hier wurde das Mittelalter lebendig! Ganz einfache Mittel, wie Leiter, Schaukel und Holzluke füllten die Szenerie, in der höfisches Leben mit seinen gesellschaftlichen Facetten dargestellt wurde. Ein Ort wurde von Reitern, Rittern, Räubern bedroht und immer wieder zerstört. So konnte es nicht weitergehen! Der Lehensherr musste eine Lösung finden. Er befragte seine Berater und diskutierte mit seiner Frau. Jeder hatte andere Vorlieben für die Pläne des Neubaus: Die Frau wünschte sich bequeme Gemächer, der Bischof nicht nur eine Kapelle sondern ein großes Gotteshaus, und der Lehensherr eine Trutzburg die seine Macht demonstrieren und so Feinde abschrecken könnte. Doch galt es nicht nur, die verschiedenen Interessen der zukünftigen Bewohner zu ergründen. Der Landesherr musste dem Bau ebenso zustimmen, wie der zuständige Kirchenfürst. Die Gelder für den Bau mussten beschafft werden. Es galt, ausreichend Baumaterial bereit zu stellen. Handwerker mussten angeworben oder angelernt werden. Außerdem brauchten sie und ihre Familien für die Dauer der Arbeiten Unterkünfte. Ein Baumeister, der sich mit Festungsbauen auskannte, wurde beauftragt. Eine Zeichnung wurde erstellt, nach der die Handwerker Stein auf Stein setzten. Mit Seilen und Leitern wurde das Material nach oben befördert, ohne Absicherung und ohne Erholungspausen. Gefährlich! Als gar der Baumeister abstürzt, gerät das ganze Unternehmen in Gefahr, denn nur er ist erfahren genug, diesen Bau zu Ende zu führen.
Geschichtsunterricht ganz anders! Umfassend in den historischen Fakten, abwechslungsreich in der Darstellung durch die Verwendung von Holzfiguren, Hand- oder Stabpuppen wurde mittelalterliches Denken und Handeln begreifbar. Wunderbar! Das Medium Figurentheater eignet sich also auch für Wissensvermittlung von Schulstoff- eine neue Erfahrung.