Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2015

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Der Koch, eine Wurst und das verückte Huhn babelart, Gmunden / Österreich

Drei Märchen aus Estland, die, auf unterschiedlichste Weise umgesetzt, sich doch nur einer Frage widmen: Was ist Glück?
In der ersten Geschichte erwachen zwei Komödianten in ihrem Karren und bauen singend und musizierend ihre Suppenküche auf. Durch Masken schlüpfen sie in weitere Rollen der Commedia Dell’arte. Und selbstverständlich treibt in diesem Ofen auch Pulcinella sein Unwesen. Schlau bettelt der Gefräßige um ein kleines Schüsselchen voll Suppe und versucht dann, sich ganzen Topfes zu bemächtigen. Doch das größte Glück ist: Ein Löffel für Dich, ein Löffel für mich, ein Löffel für den der Hunger hat – dann reicht es für alle.
In der zweiten Geschichte geht es um eine Wurst. Hier spielen Taglinger und Siragusa mit einer anderen Figurenform. Als Kakauzkies sitzen sie auf ihren Sesseln und streiten sich! Dann wird Ihnen die Erfüllung dreier Wünsche in Aussicht gestellt, wenn sie es schaffen, einen Tag lang nicht zu streiten. Was für eine Herausforderung. Doch das ist nur der erste Schritt! Schließlich müssen sie sich ja auch noch einigen, welche Wünsche sie eigentlich haben. Ist es nun ein Glück, dass sie die Chance haben, ist es Glück, wenn sie sich einigen können, oder ist es Glück, einen Tag lang nicht zu streiten, weil man ein Ziel erreichen möchte?
Die dritte Geschichte erzählen die beiden Puppenspieler in der Manier der Bänkelsänger. Auf einer großen Moritatentafel entrollt sich ein Drama um ein verrücktes Huhn, eine Bohne, die bis in den Himmel wächst, eine Kaffeemühle, die Geld mahlen kann und einen Bauern, der all das mit ansieht. Ist es Glück, ein Zuhause zu haben? Ist es Glück wohin auch immer gehen zu können?
Und das Glück dieses Spiels? babelart zeigte aufs Kurzweiligste eine große Bandbreite des Figurentheaters gekonnt gepaart mit Musik und Gesang. Die Moral der Geschichten muss dann jeder für sich finden.