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Die Reisen des jungen Perseus babelart, Gmunden
Österreich

Akrisios, dem König von Argos, wird geweissagt, dass ihm der Sohn seiner Tochter Danae zum Verhängnis werden würde. Also schließt er sie ein, doch Zeus findet einen Weg zu Danae und so wird Perseus geboren. Das bringt Akrisios in arge Bedrängnis, da er weder seinen Enkel noch seine Tochter aktiv töten möchte. Also setzt er sie auf dem Meer aus, doch Zeus verhindert den Tod seines Sohnes und der Danae und lässt sie auf Seriphos, einer Insel der Kykladen stranden. Perseus wächst heran und muss bald seine Mutter vor den Nachstellungen des Königs Polydektes schützen. Der will den Perseus gern loswerden und schickt ihn aus, das Haupt der Medusa zu erlangen, dessen Anblick jedes Wesen in Stein verwandelt. Das kann die Götterfamilie nicht zulassen: Pallas Athene übergibt Perseus einen glänzenden Schild und den Hinweis, dass er die Schwestern der Medusa aufsuchen müsse um herauszufinden, wo er sie finden kann. Von den Nymphen der Gegend in der die Schwerstern der Medusa leben, erhält er Flugsandalen, einen Mantelsack und eine Tarnkappe. Später schenkt ihm Hermes, Beschützer der Diebe, Reisenden und Kaufleute, eine Sichel. All dies wird notwendig, um die Aufgabe zu erfüllen. Auf dem Heimweg verliebt sich Perseus in Andromeda und kann ihre Hand gewinnen. Doch auch der Schicksalsspruch für Akrisios erfüllt sich.
Manfrede Siragusa und Andra Taglinger von babelart erzählen die griechische Sage, die heute wahrscheinlich vielen Kindern nicht mehr so vertraut ist, wie dem Sizilianer Manfredi Siragusa, temperamentvoll und witzig, wunderbar poetisch und ganz aktuell. Eine wandlungsfähige Bühne ist Kulisse bei den Gesangs- und Erzähleinlagen, sie ist Spielort beim Handpuppenspiel. Wenn die Geschichte zu grausam, die Spannung zu groß werden könnte, wird sie von den Figurenspielern durchbrochen mit ganz bodenständigen Fragen an das Publikum oder die Einbeziehung der Puppenspieler in den Handlungsablauf durch die Bitte der Puppen um Unterstützung. Etwa wenn Perseus die Puppenspielerin zur Hilfe ruft, um seine Flügelschuhe zu benutzen. Darüber hinaus gibt es einen Drachen, der seinen eigenen Schwanz jagt und so das Publikum (mit den klassischen Mitteln es Handpuppenspiels) zum Lachen bringt. Wenn zum Abschluss des Spiels noch einmal Gesang ertönt und die Sternbilder von Perseus und Andromeda auf ihre ewige Liebe verweisen, ist man überrascht, wie kurzweilig und verständlich die verwickelte Geschichte durch babelart erzählt wurde. Für alle Freunde der griechischen Mythologie ist diese Inszenierung ein absolutes Muss und für die, die hier nicht so bewandert sind, eine unterhaltsame Nachhilfestunde mit Figurentheater auf höchstem Niveau.