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Tabak, Tod und Teufel Stephan Rätsch
Theater mit Puppen, Mallin

Stephan Rätsch findet seine Helden schon mal im Altmetall. Mit Gefundenem und Erfundenem erzählt er alte Geschichten ganz neu. Das war auch dem skurrilen Bühnenbild anzusehen, in dem eine stuhlähnliche Bühne mit aufgeschraubtem Vergrößerungsglas und Haltern für Kerzen dominierte. Rätsch versucht alles immer so einfach wie möglich zu bauen. Dass Tabak, Tod und Teufel seit zehn Jahren ein Publikum findet, liegt auch am Soldaten, einer Märchenfigur aus einem russischen Märchen. Er ist jetzt alt und gebrechlich, als Soldat nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Marschieren kann er noch, obwohl er längst eine Krücke braucht – und so pendelt er zwischen Himmel und Hölle. Der Tod will ihn nicht. Er hat den Soldaten schon einmal frei gegeben, denn er kann nicht nehmen, wen er will. Schließlich wird der Soldat Himmelswächter und stiftet allerlei Unfrieden, was den Tod fast seine Existenz kostet. Doch wenn man heute bei Sonnenuntergang die Wolken am Himmel ziehen sieht, ist es bestimmt der Soldat, der sein Pfeifchen raucht. Das eigenwillige, schwungvolle Spiel mit Musik und zahlreichen Anekdoten bezauberte das Husumer Publikum, trotz der relativ kleinen Figuren, deren witzige Details sich in der Nachschau deutlich zeigten.