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Les funestes épousailles de Don Cristobal Cie Pelele, Frankreich

Don Cristobal könnte eigentlich mit seinem Leben zufrieden sein – wären da nur nicht diese nächtlichen Träume von einer wunderbaren Frau! Sie veranlassen ihn, sich auf eine äußerst strapaziöse Suche zu begeben. Hier begegnen ihm nun wirklich alle möglichen Frauentypern: die Kostspielige, die ihn sehr erfolgreich becirct um an sein Geld zu kommen, und die es auch schafft, ihn - Schubidubidu - zu heiraten. Als Don Cristobal diese Täuschung entdeckt und auch sonst nicht ans Ziel kommt, ergreift er sehr drastische Maßnahmen, die den durchschnittlichen Splatterfilm blass aussehen lassen und das Publikum – schließlich ist es eindeutig Puppenspiel – zu amüsiertem Gelächter hinreißen. Natürlich kann „die Kirche“ so etwas nicht hinnehmen und so wird Don Cristobal in die Ehe mit einer sehr frommen, ständig Orgel spielenden Frau gedrängt. Doch Don Cristobal wäre nicht er selbst, würde er ständig den getragenen Chorälen lauschen – seine Melodie der Lebensfreude tritt in heftigen Wettstreit mit dem Orgelspiel der Frommen – grandios vertont durch Alice Behaque! Es endet wie es enden muss – Don Cristobal verlässt als Sieger den Platz und wird erneut verheiratet. Diesmal trifft er auf eine Gebärfreudige und wird fast von seinen Kindern aufgefressen. Aber nur fast. Aus der lautstarken Trauer um die von ihm selbst begrabenen Kleinen reißt ihn das Werben einer ganz besonderen Frau . . .
Großartiges Handpuppenspiel und eine ausgezeichnete, punktgenaue Geräuschkulisse, gepaart mit wunderbarem Akkordeonspiel bescherten dem Publikum eine unvergessliche Stunde großer Heiterkeit, obwohl der Plot zweifelsfrei brutal war. Kasperspiel hat eben seine ganz eigenen Regeln und macht es leicht, klar zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden.