Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2014

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Heisse Wammer Das weite Theater, Berlin

Der Ruhestand, ersehnt und doch gefürchtet. Im Duden steht ganz profan: Status, den man durch das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben erlangt und unter Synonyme: Alter, die alten Tage, die letzten Jahre, Lebensabend. Genauso etwas langweilig anmutend stellt sich der Polizeipräsident a.D. Hagen in diesem Spiel seinen Ruhestand vor. Keine Verbrecherjagd mehr, sondern den schönen Dingen des Lebens wieder mehr Aufmerksamkeit widmen, gut und betreut leben, das möchte er. Doch mit dem Einzug in seine neue Wohnung findet er alles, aber keine Ruhe.
Es ist ein Spiel, das den beiden Akteuren nicht nur Spielkunst, sondern auch eine große Portion Kondition abverlangt. Sie erwecken die ebenso genialen wie komischen Figuren scheinbar mühelos zum Leben. Es ist eine Kriminalstory, die den Zuschauern kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Es entsteht der Eindruck, dass sich hinter dem Vorhang nicht nur zwei, sondern gleich mehrere Spieler befinden. Nicht nur die Figuren haben hier eine Stimme, sondern auch die Türen und der Kühlschrank. Es geht rasant und lautstark zu und die Zuschauer verfolgen das Geschehen ebenso angespannt wie atemlos.
Es ist absurd und aberwitzig und es ist schwarzer Humor.