Rückblick

31. Pole Poppenspäler Tage 2014

Aschenputtel
Divadlo Rozmanitostí,
Most / Tschechien

In der Inszenierung des tschechischen Theaters Rozmanitostí aus Most fielen zuerst die wunderschönen farblich abgestimmten Figuren ins Auge, die in ihrer Farbigkeit an Aquarelle erinnerten. Dass sie mehr als nur die Arme bewegen konnten und durch eine in die Bühne eingelassene Drehscheibe zusätzliche Beweglichkeit erhielten, war ein weiteres schönes Spielelement. Das einfache Bühnenbild erwies sich als äußerst wandelbar. Das Haus des Jägers war z.B. von außen eindeutig eine Jagdhütte, konnte aber umgedreht werden, im Spiel wurde ein Ofen hineingestellt und schwupps – war es der Küchenraum, in dem das blondbezopfte Aschenputtel Jutta ihre Arbeit verrichten musste. Die Faulheit ihrer Stiefschwester war vor allem daran ablesbar, dass sie sich besonders lange im Bett räkelte und natürlich der Jutta befahl, was sie zu tun habe. Die Stiefmutter war eine fette Figur, die stets schnippische Reden schwang, der Vater ein Mann in Jägeruniform, der immer hilflos wirkte. Eingebettet in tschechische, schwungvoll vorgetragene Lieder, vermischten Tereza Karaskova und Tomas Alferi das Märchen der Brüder Grimm mit Elementen von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ als sie Aschenputtels späteres Brautkleid aus einer Nuss zauberten. Immer wieder forderten sie die Zuschauer auf, sich in das Spiel einzumischen, fragten nach der Meinung der Kinder ob dieses oder jenes richtig sei. Kurzweilig, amüsant und im Schauspiel der beiden Akteure auch mit Elementen, die den erwachsenen Zuschauern ein Lachen entlockten, war dieses Aschenputtel eine absolut runde Sache.