Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2014

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Licht bitte! Kaufmann & Co., Berlin

Am Anfang war das Nichts – und aus dem Off ein Bibelzitat zur Schöpfungsgeschichte. Diese möchten zwei Engel ihrem Boss zum Geburtstag als Theaterstück schenken und dabei stoßen sie allenthalben an ihre Grenzen. Das Bühnengeschehen war auf ein Minimum reduziert: Zwei Engel, Alexandra und Eva Kaufmann, agierten mit Adam und Eva als umgearbeiteten Babypuppen, einer Ursuppenkelle am Band (wie eine Marionette geführt), zwei Wasserschüsseln, eine Plastiktüte und einem Stab, der die göttliche Inspiration visualisierte. Lange Laufwege nutzten den gesamten Bühnenraum, gelegentlich wurde die Begrenzung durch das Berühren einer Klingel angedeutet. Hinzu kamen gelungene Wortspiele:
„Wir brauchen etwas Schöpferisches“ – Pause – „eine Schöpfkelle!“ Natürlich spiegelt sich das göttliche Geschehen an dem, was an allzu Menschlichem auf die noch jungfräuliche Erde losgelassen wird. Natürlich gibt es auch im Himmel Ränkespiele – immerhin schuf der himmlische Vater mit dem ersten Traumpaar der Menschheitsgeschichte ja nichts Geringeres als sein Ebenbild. Und natürlich macht Adam gleich auf Zampano, während Eva wenigstens dann und wann die Gretchen-Fragen stellt. Am Ende bleibt alles Fragment – dieses Projekt dürften die beiden Engel aufgegeben haben, so jedenfalls könnte man die abschließende Aufforderung an die Technik „Licht bitte!“ auch interpretieren.