Rückblick

30. Pole Poppenspäler Tage 2013

Puppenspieler stellen sich vor
Neville Tranter, Dr. Astrid Fülbier

1978 übersiedelte Neville Tranter von Australien nach Amsterdam. Vorher hatte er eine Ausbildung als Schauspieler in Australien genossen. Kurz danach entdeckte er eher zufällig das Ausdrucksmittel Puppenspiel als er in einer Gesamtshow bei einem Bühnenabbau behilflich war. Es folgten Auftritte u.a. in der Varieté / Nachtclubszene. Hierüber entstanden die Kontakte, die ihn nach Amsterdam führten, wo er auch blieb, u.a. weil man in Europa viel kürzere Wege zu den Spielorten hat als in Australien. Noch in Australien gründete Tranter das Stuffed Puppet Theatre. Vorbilder: Fachzeitschriften, die über Figurenspieler der 20er und 30er Jahre berichteten, Figuren von Fritz Herbert Bross, Albrecht Roser. Früh auch die Entdeckung der für ihn typischen Klappmaulfiguren. Jede Figur hat ihren Ton, ihre Melodie, ihren Rhythmus. Diesen zu finden führt dazu, dass er die unterschiedlichen Figuren wie ein Orchester zusammenspielen lassen kann. Die Entwicklung geschieht auch in Zusammenarbeit mit dem Publikum. Wenn es international funktioniert ist die Universalität gegeben , dann ist es richtig. Sein primäres Zielpublikum sind Erwachsene. Ein Stück läuft ca. 10 Jahre. Jede Neuinszenierung muss ihn heraufordern, weiterbringen. Seminartätigkeit war anfangs schwierig. Heute unterrichtet er sehr gern, weil er Wissen weitergeben möchte, das er selbst gewonnen hat. Alles Überflüssige weglassen, Reduktion, Konzentration auf das Wesentliche. Seit einigen Jahren verkleinert er konsequent seine Produktionen, so dass „Punch und Judy in Afghanistan“ und „Mathilde“ in jeweils 2 Koffer passen sollen. Aktuell erarbeitet Neville Tranter eine Weiterführung von „Mathilde“ als Teil eines Tryptichons.