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Schneewittchen Mensch, Puppe! Das Bremer Figurentheater

Türenschlagend betritt Jeanette Luft den Raum im NordseeMuseum. Sie ist Prinzessin Othilie, die einen Prinzen heiraten soll, aber so gar nicht möchte. So zieht sie sich mit ihrem Schatzkästlein zurück und taucht ein in das Märchen von der Prinzessin, die so schön war. Schneewittchen war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und hatte Haare so schwarz wie Ebenholz. Ihre Mutter war gestorben und übers Jahr nahm sich der König eine neue Frau. Die war sehr schön, aber auch sehr eitel. Sie besaß eine Spiegel, den sie regelmäßig befragte: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?“ Sie war nur glücklich, wenn der Spiegel ihr antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“ So vergingen die Jahre und Schneewittchen wurde immer schöner bis sie so schön war, dass der Spiegel der Königin auf ihre Frage antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr!“ Von da an sann die Königin darüber nach, wie sie Schneewittchen los werden könnte.
Die Bühne ist ein großer wandlungsfähiger Thron, der mal als Sitzplatz dient, mal als Fläche für die Bühne. Und Schubladen hat er auch. Eine davon ist das Heim der sieben Zwerge, von denen jeder eine ganz eigene Persönlichkeit ist. Immer wieder werden bekannte Volkslieder in das Spiel eingebunden. Jeanette Luft wird hier hervorragend begleitet von Ralf Winkelmann an der Gitarre. Eine kurzweilige, temperamentvolle Inszenierung, die das Märchen stringent vorträgt und durch die Musik zusätzlich eine besondere Stimmung erhält