Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2013

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Paul und Paula Theater Kosmos53 - Rike Schubert, Berlin

Eine junge Spielerin und ein Kühlschrank auf der Bühne im Rittersaal.
Was wird das? Gitarrenklänge ertönen, ein Song der Puhdys und der Zuschauer ist mitten im Stück.
Da erzählt eine junge Frau von ihrem Leben auf eine besondere Art. Sie lebt in einer Zweiraum-Wohnung. Ein Foto wird auf den Kühlschrank geklebt. Sie hat zwei Kinder: wieder Fotos, und einen Freund: ein weiteres Bild klebt wie ein Sticker an der Kühlschranktür.
Alle wichtigen Ereignisse werden am Kühlschrank, der gleichzeitig auch ihre Wohnung ist, durch Fotos visualisiert. Zwei kleine Puppen sind ihre Kinder und ihre Arbeitsstelle, sie arbeitet im Supermarkt bei der Getränkeabteilung, ist eine leere Kiste Bier.
Einfach klasse, wie sie mit einfachen Mitteln ihr Leben mit Höhen und Tiefen kennzeichnet. Als sie ihre große Liebe Paul in ihre Wohnung bzw. Kühlschrank einlädt, wird das Licht gedimmt, die Kinder ins Bett geschickt, sich der Mund rot geschminkt, das Kittelkleid über den Kopf gezogen und schon ist sie bereit fürs Rendezvous. Genial!
Ihre Sprache, berlinerisch, ist kurz und knapp, fast herb, anscheinend oberflächlich – und dennoch schwingt immer Traurigkeit und Einsamkeit mit.
Ein beeindruckendes Stück! Modernes Figurentheater mit großer Bühnenpräsenz und Herzenswärme.
Birgit Empen