Rückblick

30. Pole Poppenspäler Tage 2013

Die Regentrude
Christiane Weidringer, Erfurt

Nach langer Zeit stand endlich wieder einmal „Die Regentrude“ nach dem Märchen von Theodor Storm im Programm der Pole Poppenspäler Tage. Die Bühne: ein wandlungsfähiger Stuhl, der mal als Sitzplatz des selbstgefälligen Wiesenbauern dient, mal als „gute Stube“ von Marens Mutter. Christiane Weidringer brachte sich als Schauspielerin in die Geschichte ein und unterstrich ihren Rollenwechsel nicht nur durch ihre modulationsfähige Stimme sondern auch durch einen geschickten Wechsel ihres Kostüms auf offener Bühne, so dass immer ganz klar war, wer hier gerade sprach. Die Tischfiguren Maren und Andres machen sich auf den Weg, die Regentrude zu suchen. Das ist existenziell, denn die anhaltende Trockenheit – hervorgerufen durch den Schlaf der Regentrude – lässt alles verdorren. So kann der Feuerteufel, der in dieser Inszenierung eine vogelähnliche Gestalt mit züngelnd rotem Gefieder hat, sein Unwesen treiben. Die zunächst dürre Landschaft ist durch einen langen, hellbraunen Mantel dargestellt, der auch zum Weg wird, den die Jugendlichen durchschreiten müssen, um die Regentrude zu finden. Er wandelt sich zu einer Komposition aus Blau- und Grüntönen nachdem die Regentrude erwacht ist und das Leben wieder gedeihen kann. Witzige Einfälle, Musik und eine gut aufgelegte Figurenspielerin fügten sich in dieser Inszenierung zu einer besonders schönen, sehenswerten Interpretation des Stormschen Märchens.