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Mäh Eva Sotriffer, Südtirol

Zünftig zur Landpartie, dieses Jahr in Schwabstedt, gab es wieder einmal eine „Tiergeschichte“ zu sehen. Diesmal ging es um die Verwicklungen, die entstehen, wenn eine Ziege nur Heu im Sinn hat, ein verliebter Mann (Kasper) nur eine Frau, die Frau nur ein „Mäh“ und zwei Räuber einen großen Raubzug.
Eva Sotriffer aus Südtirol gestaltete zusammen mit Max Castlunger an den Percussions eine kurzweilige Geschichte, in der sich Sprache auf ein „Mäh“ in allen Tonlagen reduzierte. War der Klang mal fragend, mal empört, mal triumphierend, mal zufrieden, mal vorwurfsvoll - die Story von „mäh“ war immer amüsant!
Gezeigt wurden Elemente klassischen Kaspertheaters vom Feinsten: ein Mann mit roter Mütze, der sich auf einem Heuballen zum Schlafen legen möchte und dessen Ruhe durch pieksende Halme und eine hungrige Ziege gestört wird. Eine Frau, die sich in den Klang eines „mäh“ verliebt, das eben diese Ziege, eingesperrt in einen Koffer, von sich gibt. Zwei Räuber, die den Koffer klauen, die Ziege vertreiben und das Behältnis für ihre Beute nutzen wollen. Allein all die Handlungen, die sich um diesen Koffer rankten, waren sehenswert! Es brauchte schon eine Weile, bis der Kasper (denn der hätte der Mann mit der roten Mütze gut sein können) verstand, dass seine Angebetete hinter dem Klang des „mäh“ hertrauerte und er alles dafür tun müsste, es wieder zu beschaffen, wenn er sie gewinnen wollte. Doch wie es im „wirklichen Leben“ so ist – am Ende ist fast nichts so, wie man es sich erträumt: weder ein „Mäh“ noch Schatz. Sehr real für die Zuschauer ist allerdings die Erinnerung an eine ausgesprochen vergnügliche Stunde mit viel Rhythmus und hinreißendem Handpuppenspiel.