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MICHI Artisanen, Berlin

Wie geht das mit dem Verlieben? Einfach so? Oder muss man dafür etwas tun? Ja? Was denn? Na, viele Leute treffen! Vielleicht in möglichst kurzer Zeit? Speeddating ist eine Möglichkeit. Oder man nimmt ein Video auf bei der Partnervermittlungsagentur „Single Swing“ – wie Michi Lewandowski. Er ist so zauberhaft grün wie ein Frosch nur sein kann. Ein bißchen schüchtern vielleicht, jedenfalls kein Aufschneider oder Großmaul, wie es andere Berliner Frösche sein können. Außerdem in den besten Jahren (wann immer die sein mögen). Und natürlich möchte Michi sich von seiner Schokoladenseite zeigen und auch mitteilen, was er sich von seiner zukünftigen Partnerin wünscht. Die sollte zu ihm so gut wie möglich passen, nett anzusehen sein, gleiche Vorlieben haben . . .
Aber – wie zeigt man sich dann von seiner besten Seite? Was erzählt man, und wie erzählt man es möglichst interessant und ansprechend? Erzählt man von seiner Arbeit oder eher von der Freizeit? Putzt man sich besonders heraus, oder trägt man doch lieber Alltagskleidung? Lauter Fragen, mit denen sich Michi herumschlägt als der Dreh schon längst begonnen hat. In der Vorstellung, vor dem Dreh, schien das alles ganz einfach. Letztlich geraten die Filmaufnahmen zu einer lebhaften Erzählung der weniger geglückten Ergebnisse bisheriger Bemühungen bei der Partnersuche, zu Beschreibungen, welche Charakterzüge Michi bei den anderen Suchenden nicht so gut gefielen. Lustig wird das eine oder andere Erlebnis erst in der Rückschau – oder auf der Bühne eines Theaters. Es ist eben doch nicht so einfach für seine Wünsche und Träume Worte zu finden. Und die Lösungen sind meistens ganz andere als vorher gedacht.
Mit der diesjährigen Diplominszenierung des Festivals packten Friederike Hellmann und ihr Bruder Magnus von den Artisanen ein Thema an, das vielen Jugendlichen auf den Nägeln brennt, aber auch Erfahrungen älterer Jahrgänge widerspiegelt.