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La Boîte à Joujoux Figurentheater Ernst Heiter, Alt Schönau & Thomas Bächli, Berlin

Zum 150sten Geburtstag von Claude Debussy hatten Frank Hirrich und Katharina Sell vom Figurentheater Ernst Heiter den Klassiker Debussy’s für Kinder neu inszeniert. Figuren aus einer Spielzeugschachtel die lebendig werden und all ihre Gefühle ausleben. Debussy hatte immer gedacht, dass diese Musik, diese Geschichte gut für ein pantomimisches Ballett für Kinder passen müsste. Und so verwundert es nicht, dass wir Katharina Sell als (Puppen-) Ballerina auf der Bühne sehen konnten. Und was da alles passiert, wenn Spielzeug miteinander spielt. Kurz vor dem ersten Weltkrieg ging es in den (gutbürgerlichen) Kinderzimmern noch durchaus kriegerisch zu. Selbstverständlich gab es in der Schachtel auch Zinnfiguren! Und eine davon ist sehr lebendig – Frank Hirrich als Soldat. Das Ganze gemischt mit Projektionen z.B. von Flugzeugen und mit Figuren. Natürlich fehlt auch Pollicinelle nicht. Krieg spielen inklusive Verwundung und Lazarettaufenthalt. Und dann erleichtert sein, dass alles nur ein Spiel ist und man abgefallene Arme wieder annähen oder –kleben kann, dass, anders als in der Realität, nichts wirklich Schlimmes passiert ist. Auch der (Bühnen-)spielerische Auftritt des großartigen Pianisten war sehenswert! Er rollte ganz kindlich auf einem Dreirad zu seinem Flügel.
Eine Stunde lang konnten wir in eine funkensprühende Wunderschachtel sehen. Diese Schaulust wurde noch unterstrichen durch die meisterhafter Klavierbegleitung des Schweizer Pianisten Thomas Bächl.