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Nils Holgerson und die Wildgänse Die Exen, Sasel/Erfurt

Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen wurde von Selma Lagerlöf als Schul- und Lehrbuch geschrieben. Einige sogenannte Pädagogen empörten sich damals über die kindgerechte Sprache und darüber, dass es Spaß mache zu lernen! Der Erfolg des Buches gab der Autorin auf jeden Fall Recht. Und es ist auch heute noch vergnüglich dem Zug der Wildgänse über Schweden und Europa zu folgen und so mehr über die Landschaften zu erfahren. Dabei kann man dann sehr gut nachvollziehen, wie anstrengend es für die Vögel sein muss, diese immensen Strecken jedes Jahr aufs Neue zu bewältigen. Wie schwierig muss das erst für eine des Fliegens fast ungeübte Hausgans wie Martin sein!
Die Exen, Karin Schmitt und Annika Pilstl, übertrugen den ganzen Charme und Poesie des Buches in ihr Schattenspiel, das vor den Augen der Zuschauer entstand. Sie benutzten dafür einen Tageslichtprojektor auf den Schablonen und Bilder gelegt wurden, z.B. von dem Bauernhof auf dem Nils aufwächst. Aber sie bedienten sich auch der uralten Technik des Handschattens, den wohl alle Kinder auf dieser Welt irgendwann einmal ausprobiert haben. Diese beiden Formen der Spielgestaltung wurden perfekt dargeboten und miteinander kombiniert, auch unter Einbeziehung anderer Körperteile, z.B. des Kopfes einer Spielerin. Gezeigt wurde der Teil der Geschichte, in der Nils und der Flug der Gänse die Hauptrolle spielen. Warum wird Nils Holgersson in einen Wichtel verwandelt, und wie erlangt er seine menschliche Gestalt zurück? Welche Abenteuer muss er bestehen? Welche Ängste besiegen?
Für alle Schattenspielfans war diese Aufführung ein Genuss und für alle, die noch keine Fans sind, ein Anlass, es zu werden, zumal das Spiel absolut dazu anregte, vergessenes Wissen zu reaktivieren und vielleicht auch mal wieder mit den Händen Schatten an die Wand zu werfen.
Da capo!