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Kasper und das Krokodil oder Die Prinzessin im Netz Puppentheater Rosie Lampe, Leipzig

Als Auftakt des Kaspertages musste einfach ein Kasperstück aus dem 19. Jahrhundert stehen. Der „Kaspergraf“ Franz Graf Pocci dachte sich für das Münchner Marionettentheater des Papa Schmid zahlreiche Stücke aus, die bis in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch gern gezeigt wurden. Danach gerieten sie fast in Vergessenheit. Rosi Lampe aus Leipzig hatte bereits anlässlich des 200sten Geburtstags Poccis eines dieser Stücke „ausgegraben“ behutsam modernisiert und weitererzählt. So kam das Publikum in den Genuss einer ganz einfachen Geschichte, bei der ein Handpuppenkasper die Hauptrolle spielte: Die Großmutter hat Geburtstag und Kasper will den Festtagsschmaus angeln und fängt – eine verwunschene Prinzessin! Ihr eigener Vater, König Krokodilus, hatte sie in einem Anfall von Jähzorn in einen Fisch verwandelt. Natürlich gelingt es Kasper alles wieder in Ordnung zu bringen.
Handpuppentheater mit historischen Wurzeln, klar in der Spielanlage, mit König und Königin, Prinzessin, Großmutter und Kasper. Einfach auch das Bühnenbild: Eine blaue Ziehharmonikaschlange markiert den Teich an dem Kasper angelt, die kantigen Figuren von Frieder Simon passen zu den sparsamen Kulissen, die dennoch alles haben, was für den Fortgang des Spiels erforderlich ist. Dazu Text und Musik „unplugged“, denn Rosi Lampe sprach natürlich alle Rollen live und setzte mit dem Kasu die musikalischen Akzente. Ein wirklich bezauberndes Stück „Figurentheatergeschichte“, das von den Zuschauern mit langem Applaus bedacht wurde.