Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2012

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Vom Fischer un´syner Frau Figurentheater Ernst Heiter, Alt Schönau

„Vom Fischer un syner Frau“ oder auch, nach Philipp Otto Runge, „Frau Fischer und ihr Mann“ in Kooperation mit dem Fördervereen Plattdüütsche Zentrum, Leck, in Missingsch bzw. Mecklenburger Platt zu erleben während der Pole Poppenspäler Tage. Singend betraten Frank Hirrich und Katharina Sell den Saal im Nordseemuseum. Dort stand bereits das kleine, winzig kleine Haus der Fischers. Kaum dass der Platz reichte, sich nachts im Schlaf mal umzudrehen. Dafür war das Meer, auf dem Herr Fischer seinem Beruf nachging, groß und bühnenfüllend. Obenauf tuckerte das kleine Boot. Als er den Butt an der Angel hat, ist er doch verwundert, dass ein Fisch zu ihm spricht. Und natürlich erfüllt er den Wunsch des Tieres und lässt ihn frei, tuckert nach Hause und erzählt „Ilsing“ von der Begebenheit. Tja, wenn man denn schon einen Wunsch haben kann – warum nicht ein größeres Haus . . . Und so nimmt die Geschichte ihren wohlbekannten Lauf. Sehr nachvollziehbar, dass Herr Fischer kaum in das schwer bewachte und bewehrte Schloss hineinkommt. Da muss er erstmal eine Sondererlaubnis von „Ilsing“, die ja nun Königin ist, erhalten. Und das ist nur eine der logischen Folgen von Frau Fischers erfüllten Wünschen nach Veränderung. Die kleine Bühne, das alte Fischerhaus, macht jedes Größenwachstum genial mit – und wird am Ende wieder zum baufälligen Haus, in dem der Platz kaum ausreicht, sich nachts im Schlaf umzudrehen. Zurück bleiben aber keine frustrierten oder traurigen Fischers, sondern eher ein ziemlich glückliches Paar, das sich sehr gut kennt und schätzt, seinen Träumen nachhängt und seinen Alltag bewältigt.
Die hinreißende Produktion wurde 2012 zu Recht mit dem 1. Preis der Fachjury des „Internationalen Kleinkunstfestivals der Insel Usedom“ ausgezeichnet!