Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2012

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Ausstellung und Deichwanderung auf den Spuren der Sturmflut 1962 Birgit Empen, Pole Poppenspäler Förderkreis e. V.

Eine Gruppe von Puppenspielern, Festivalbesuchern und Urlaubern fanden sich zu diesem Museumsbesuch ein.
Draußen am Gemäuer wurde durch einen waagerechten weißen Strich die Höhe des Wasserstandes in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar sichtbar. Das Nissenhaus hätte, wenn die Schleuse nicht standgehalten hätte zu einem Drittel im Wasser gestanden.
Drinnen wurde dem Besucher durch eine kompetente Museumsführerin die Situation dieser außergewöhnlichen Sturmflutnacht verdeutlicht. Bilder, Texte von Zeitzeugen, Filme und nachgestellte Szenen ergänzten ihren Vortrag.
Welche Naturgewalten drückten auf die Deiche, unterspülten die Schutzwälle, fraßen Löcher hinein und überfluteten Wiesen, Straßen und die Halligen. Gottseidank konnten die Schleusentore die Überflutung der Stadt zum größten Teil verhindern. Auf den Halligen verhinderten die gerade fertiggestellten Schutzräume Schlimmeres. Dennoch empfanden die Menschen Angst, saßen bangend in ihren Schutzräumen, hörten das Heulen des Sturmes, das Getöse des Wassers und wussten nicht, was sie am nächsten Morgen erwarten würde. Welch logistische Leistung und personeller Einsatz nötig war, wurde anhand von Zahlen und Berichten sichtbar. Wirklich beeindruckend!
Wie es in Zukunft an der Westküste aussehen wird, zeigte ein Deichmodell. Denn die Erfahrungen aus den Sturmfluten und die Berechnungen des Klimawandels führen dazu, dass ein riesiges Deichschutzprogramm aufgelegt wurde. Deiche mit einer Höhe von 8 bis 8,50 Metern, einer 5 Meter breiten Krone und einer Neigung von 1:10 zur Seeseite werden entlang der 155 Kilometer langen Nordfrieslandküste ein Bollwerk zum Schutz der Menschen bilden. Hoffentlich!
Ein beeindruckender Museumsbesuch.
Birgit Empen