Rückblick

29. Pole Poppenspäler Tage 2012

Ein Schaf fürs Leben
Figurentheater Gingganz, Meensen

Seit einigen Jahren scheinen Schafgeschichten ein fester Bestandteil des Programms der Pole Poppenspäler Tage zu sein. Diesmal also das „Schaf fürs Leben“ nach dem Kinderbuch von Maritgen Matter. Auf der Bühne: ein großer Tisch, festlich gedeckt mit weißer Tischdecke und Tafelsilber. Der aufgetragene Teller mit der Haube läßt das hungrige Paar, das sich an diesem Tisch niederlässt, auf ein fürstliches Mahl hoffen, doch es ist nur ein wenig Salat – und plötzlich ist man mittendrin in der Geschichte. Der Tisch wird zur Spielebene, die Stühle variabel zum Eingang in ein Restaurant bzw. ein Haus. Hier trifft der Wolf, der hungrig und frierend durch die Nacht schleicht, auf das naive, vertrauensseelige Schaf, das gern mit ihm nach „Erfahrungen“ aufbricht. Unversehens wird der Tisch zur Schlittenbahn, auf der, von Musik begleitet, der Schlitten durch die Nacht rauscht. Immer wieder hält der Wolf Ausschau nach einer Gelegenheit, das Schaf unauffällig zu töten um endlich seinen immer größer werdenden Hunger zu stillen. Immer wieder scheitert er an der freundlichen Naivität oder der Entschlossenheit oder der Begeisterungsfähigkeit des Schafes. Als es ihn schließlich aus dem eiskalten Teich rettet, ihn gar wieder belebt, ist der Hunger des Wolfes zwar keineswegs verschwunden, aber dieses Schaf ist für diese Nacht sicher vor den Mordgedanken seines Begleiters. Mechthild und Michael Stemmler vom Figurentheater Gingganz setzten die Geschichte mit der Musik von Dietmar Staskowiak und den Tischfiguren von Mechthild Nienaber punktgenau in Szene – einfach schön.