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Der Zauberlehrling Dornerei Theater mit Puppen, Neustadt a.d.W.

Wir hatten soeben die Autofahrt von Hamburg beendet, es war nur knapp genug Zeit gewesen, in die Ferienwohnung einzuchecken, da ging es auch schon los zu unserem ersten Stück beim diesjährigen Figurentheater Festival im geliebten Husum.
Noch außer Atem vom Dauerlauf zum Schloss Südflügel, begann die Vorstellung sogleich interessant zu werden, denn Markus Dorner nahm uns zusammen mit seinem Zauberlehrling mit auf die Suche nach einer Lehrstelle. So kamen wir also gegruselt in dem unheimlichen Schloss des Hexenmeisters an, in dem allerdings putzige Kreaturen in Gestalt einer Ratte und zwei skurrilen Fledermäusen hausten. Diese Wesen unterzogen den Zauberlehrling dem offensichtlich im Hause üblichen Test – er bestand erfolgreich das Melken der Fledermäuse und qualifizierte sich so für den Lehrlingsposten. Hätten sich die Ratte und der Zauberlehrling doch nur nicht ein gemütliches Bad gönnen wollen! So kamen sie dann also auf den Gedanken, im Zauberbuch des Meisters nachzuschlagen und die Geister zum nahe gelegenen Fluss zu schicken, um Wasser zu holen. Der Besen mit dem Eimer begann alsbald das ganze Schloss zu überschwemmen und die niedlichen Figuren sehr zu bestürzen. Sie wussten keine Zauberformel, um den Zauber zu lösen und der Nahkampf mit dem Besen sorgte nur dafür, dass aus den gespaltenen Teilen des Besenstiels noch mehr unliebsame Helfer heran wuchsen. Markus Dorner sorgte dabei immer wieder für tolle Effekte und ließ die vielen Wassereimer in unheimlicher Manier geradezu über die Bühne schweben, sodass sie immer mehr zu werden schienen.
Nach dem Stück weihte er uns Kinder und Erwachsene zumindest in den Teil seiner Geheimnisse ein und offenbarte uns eine tolle Maschine, die tatsächlich wie von Geisterhand die Eimer in Kreisbewegungen auf und nieder schaufelte – absolut Patentreif!
Das kurzweilige Stück endete mit dem persönlichen Erscheinen des Hexenmeisters, der seine Ratte und den neuen Lehrling von den ungewollten, inzwischen sehr bedrohlichen Fluten errettete, indem er dem Spuk ein Ende setzte. Zum Glück wurde recht wenig mit ihnen geschimpft – sie würden es eh bestimmt nicht wieder tun! Wer dieses Stück einmal gesehen hat, wird es sicherlich immer gerne mit der Ballade von J.W.von Goethe in Verbindung bringen…und auch der Altmeister hätte wohl seine Freude an dieser humorvollen, einfallsreichen und in großen Teilen original Text getreuen Darbietung gehabt, nehmen wir zumindest an.  
Astrid Berger und Nicola Fischbach