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Yoke Thay (Kleine Leute) Htwe Oo Myanmar, Yangon/Rangoon, Burma

Es ist dem Enthusiasmus des Bremer Musikwissenschaftlers Ingo Stoevesandt zu verdanken, dass nach fast 30 Jahren wieder ein Marionettenspielerensemble aus Burma durch Europa touren darf. Darüber hinaus war aber noch die Hilfe der Deutschen Botschaft und eine großzügige Spende einer Bremer Bank erforderlich, bevor die sechs Marionettenspieler und ihr agiler Manager Khin Maung Htwe in Husum zum Auftakt ihrer Europatournee gastieren konnten. Die Yoke Thay – die kleinen Leute können alles sagen ohne dafür Strafen oder Restriktionen durch die burmesische Militärregierung befürchten zu müssen. Das Husumer Publikum erlebte ein tänzerisch geprägtes Szenenprogramm begleitet von der traditionellen burmesischen Orchestermusik fast ohne Worte. Bei der vorgesehenen Spieldauer von etwas 70 Minuten handelte es sich jedoch um eine stark gekürzte, auf ein europäisches Publikum zugeschnittene Fassung eines Originalprogramms. Traditionelle Aufführungen ziehen sich über mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen hin. In einer längeren, ursprünglich nicht vorgesehenen Umbaupause, die das Team des Theodor-Schäfer-Bildungswerks spontan und souverän meisterte, erzählte Ingo Stoevesandt von Burma: wie die exotische Musik erzeugt und eingesetzt wird, wie es dazu kam, dass er die Europatournee der Truppe organisierte, wie es sich mit dem traditionellen Puppenspiel im Land verhält . . .
Nach der Vorstellung nahmen viele Zuschauer gern die Gelegenheit wahr, die Figuren in die Hand zu nehmen um sich von dem Gewicht und der Schwierigkeit der Figurenführung ein eigenes Bild zu machen.
Insgesamt, trotz des etwas holperigen Auftaktes, eine rundum gelungener Abend, von dem die brillante Figurenführung der asiatischen Figurenspieler in bester Erinnerung bleibt.