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Der Garten der Lüste Marc Schnittger Figurentheater, Kiel

Von der hohen Bühnendecke hängen Tarnnetze wie beim Militär und gliedern den Raum. Einige rote Pfeile zeigen Richtungen an, ohne mitzuteilen, wohin. Dschungelgeräusche, Theaternebel. So zeigte sich die Eingangssituation im Husumhus für "Der Garten der Lüste" vom Figurentheater Marc Schnittger. Inspiriert vom gleichnamigen Triptychon des Hieronymus Bosch, das dieser um 1500 geschaffen hatte, entwickelte Schnittger eine Geschichte um die Ängste und Sehnsüchte seiner Charaktere. Auf der Suche nach einer geheimnisvollen Lichtung, wo all ihre Wünsche und Sehnsüchte sich erfüllen sollen, treffen sich eine Reihe bizarrer Gestalten. Darunter ein Kriegsveteran, ein Mafiaboss, ein Öko-Freak, ein Poet und eine nervige Klatschkolumnistin. Doch nichts ist, wie es scheint. Jede Figur gibt nur vor etwas zu sein und so wird die Suche zu einer Reise in die Innenwelt der Protagonisten.
Marc Schnittger überzeugte schauspielerisch als geheimnisvoller "Ortskundiger" ebenso wie in der punktgenauen Führung der Figuren. Das Husumer Publikum honorierte das großartige Spiel mit frenetischem Beifall. Da capo! Vielleicht im kommenden Jahr in "Die Hölle der Musik"?