Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2009

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Steinsuppe Figurentheater Seiler, Hannover

Markttag im Südflügel.
Marktschreierisch wird Wintergemüse angeboten, doch die Kundschaft bleibt aus. Es ist auch schon ziemlich kalt. Die einzige Wärme gibt ein frischgelegtes Ei, das ein Huhn in einer Kiste unter dem Tisch mal eben schnell noch gelegt hat.

Der Wind pfeift ordentlich, die Kinder rücken enger zusammen, als sich von hinten der Wolf den Kisten, mittlerweile zu Ställen umfunktioniert, nähert. Ausgerechnet bei dem Huhn bittet er um Einlass. Mit dem Hinweis auf sein Alter und die fehlenden Zähne versucht er sich als ungefährlicher Genosse die Gastfreundschaft zu erschleichen um sich eine Suppe kochen zu können - eine Steinsuppe! Den Stein hat er auch dabei und das gutmütige Huhn kümmert sich um Feuerstelle, Topf und Wasser. Jetzt kann es losgehen. Schon gleich versuchen beide, das Feuer zu entfachen. Einträchtig liegen sie am Bühnenrand und pusten gemeinsam in die Flamme, als das Schwein vorbeischaut. Zuerst verwundert, aber durch die Unbedarftheit des Huhn angesteckt, trägt es mit einem Sellerie zur Würze der Suppe bei. So erscheinen nach und nach Schaf, Gans, Ziege, alle finden die Idee gut und steuern noch ein weiteres Gemüse dazu bei. Ihr einziges Problem scheint zu sein, dass das Schaf fusselt, während der Wolf jede Zugabe mit einem „Ja, das gibt einen gewissen Geschmack" zustimmt. Der Unterton ist nicht überhörbar, die Spannung steigt und gipfelt in dem Messerschleifen des Wolfes, als er nach Ausschlürfen der Suppe in die Runde schaut.

Wie meint er er das „Jetzt bin ich dran?" Es wird ruhig im Raum . . . Der Wolf aber holt lediglich den Stein, sticht ihn an und meint, er wäre noch nicht durch. Erleichterung. Zumindest bei den Kindern. Der Wolf verabschiedet sich, anders als bei der Bilderbuchvorlage geht er jetzt, wohl mit noch immer knurrendem Magen und der Erfahrung, wie entwaffnend der Zusammenhalt der Tiere sein kann.