Rückblick

26. Pole Poppenspäler Tage 2009

Ophelias Schattentheater
HohenHofTheater Firlefanz, Hagen

Als die Soufleuse am Stadttheater eines nicht genannten Ortes in den Ruhestand geht, fühlt sie sich sehr einsam. In einem wunderschönen Bühnenrahmen entwickelt sich die Geschichte. Randi Kästner Kubsch zeigt den Abschied vom Theater und die Leere, die dem Berufsleben folgen kann. Das Leben im Theater wird durch eine Geräuschkulisse dargestellt. Aus ihr kommt Ophelia in ein Bühnenbild, das als Schlafzimmer eingerichtet ist. Sehr bald stellt die alte Soufleuse fest, dass sie nicht allein ist. Ihre Einsamkeit hat einen ruhelosen Schatten angezogen, der sehnsüchtig nach einem Platz sucht, wo er willkommen ist. Ophelia nimmt ihn bei sich auf. Nun fühlt sie sich nicht mehr einsam. Als sich im Reich der Schatten herumspricht, dass man bei ihr Zuflucht finden kann, bitten immer mehr Schatten um Aufnahme. In langen Nächten spielen sie dem alten Fräulein Ophelia phantasievolle Geschichten vor. Für die Darstellung dieser Schatten hatten sich die Künstler gegen eine klassische Art des Schattenspiels entschieden. Vielmehr werden im hinteren Bühnenraum comicartige farbige Umrisse projeziert, die über eine Leinwand zappeln. Schließlich wird es den Wohnungsnachbarn zu wunderlich. Ophelia verliert ihr Heim. Die Schatten wollen Ophelia helfen und gründen ein Schattentheater. Als künstlerische Leiterin dieses Schattentheaters bereist sie in einem Auto, das im Spiel als bewegliches Kulissenteil erscheint, erfolgreich die Welt: Jugendlich beschwingt dreht sich Randi Kästner Kubsch zu bekannten Melodien aus verschiedenen Ländern. Das Schattentheater wird jetzt auch als Bauchladenbühne mit Tischmarionetten ins Spiel gebracht. Als Ophelia in einen Schneesturm gerät, trifft sie ihren letzten Schatten, den Tod, den sie genauso aufnimmt, wie all die anderen heimatlosen Schatten zuvor.