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Der gestiefelte Kater petit bec Figurentheater, Wetter

Hiltrud Vorberg-Beck spielte wieder mit ihren weichen, knautschigen Stoffpuppen, die so groß waren wie die Kinder im Publikum. Ihr Kater sah so erbärmlich aus, dass man verstehen konnte, warum der jüngste Müllersohn enttäuscht über sein armseliges Erbe war und am liebsten Handschuhe aus ihm geschneidert hätte.

Der Märchen-Kater hatte aber ein viel bessere Idee. Er versprach, den Müllersburschen zum König zu machen, vorausgesetzt, er bekäme ein Paar Stiefel: Kleider machen schließlich Leute. Und so wurde der armselige Karter zum gestiefelten Kater, der sofort begann seine Ideen in die Tat umzusetzen. Mit Hilfe der Kinder fing er einen Hasen und brachte ihn dem König, der gerade mit seiner Tochter wegen des Mittagsschlafs stritt und ihr zur Belohnung eine Überraschung versprach. Da kam das Geschenk des Katers, der den Hasen im Namen seines Herrn, des Grafen Karabas zu Sabarak überreichte, gerade recht. Schließlich weiß jeder, wie gern der König Rebhühner, nein, in diesem Fall Hasen verspeist. Aber dazu kommt es natürlich nicht, weil die Königstochter ihm das Langohr als Spielgefährten abschwatzte.
Kurz danach setzte der Kater eine weitere Idee um: Als der König mit seiner Tochter einen Ausflug zum See machte (hier wurde rasch ein Zuber auf die Bühne gestellt) veranlasste der Kater den Müllerssohn dort einzutauchen. Nackig?!!! Natürlich, was sonst. Aber doch nicht vor allen Leuten? Und gar vor Königs! Nur zögernd zog er sich aus und als die letzten Hüllen fielen, mussten alle die Augen zumachen. Da kam schon die königliche Kutsche heran und der Kater schrie Zeter und Mordio, weil angeblich Räuber seinem Herrn, dem Grafen Karabas, die Kleider gestohlen hatten. Der König stiftete sogleich Hosen mit Goldfäden und Glitzerhemd und der Müllersohn entstieg dem ‚See'. Die Prinzessin aber bat den ‚Grafen' an ihre Seite. Und los ging die Kutschfahrt, vorbei an Feld, Wiese und Wald, und die aus den Kulissen auftauchenden Köpfe beschworen in verschiedenen Dialekten, dass das alles nicht etwa einem übermächtigen Zauberer, sondern dem Grafen Karabas gehöre. Das hatte ihnen bei Strafe der Kater befohlen, der bereits beim Schloss des Zauberers angelangt war und sich so einschmeichelte, dass der etliche Proben seiner Kunst sehen ließ bis er sich schließlich in eine Maus zu verwandelte, die der Kater mühelos verspeisen konnte. So gelangte der Müllersohn auch noch zum eigenen Schloss, der Kater zu einem Ministerposten und wenn sie groß sind, sollen die Prinzessin und der Herr des Katers König und Königin werden. Schließlich mögen sie sich jetzt schon!