Rückblick

26. Pole Poppenspäler Tage 2009

Über den Klee oder Der Knochen in meinem Kopf
United Puppets, Berlin

Handfestes Puppenspiel, meisterliches Können, klare Bilder und die beeindruckenden Nachbildungen der Kleefiguren sind die Pfeiler dieser temporeichen Inszenierung von Frederike Krahl und Melanie Sowa an diesem Abend. Was das Publikum nicht sieht, baut sich als Bild in seinem Kopf zusammen: Das Wohnen in München, Lydia, die als Figur nie anwesend ist, nicht anwesend sein kann, da Klee sie damals nicht geschaffen hat, aber immer letzter Halt in der Verzweiflung ist. Man sieht das Bild der Armut, den Glanz der Ausstellungen, die Bedrohung und Schmach bei der Flucht nach Bern. Umgekehrt sind die Gedanken wunderbar personifiziert durch die Puppe „Der Gedanke“. Bilder von Paul Klee werden gezeigt und vom „Volk“, hier vertreten durch die Vermieterin, mit dem bekannten Klischees ebenso bewertet wie von der Galeristin aus Berlin. Das Abstrakte steht damit im Gegensatz zu dem Bild von Felix. Die Mutter nach 5 Stunden Klavierüben gibt es als Bild von Felix Klee, Verdeutlichung von realen Abbild aus der Sicht des Kindes im Gegensatz zu den abstrakten Gemälden des großen Malers. Und während man viel erfährt über die Hintergründe des Schaffens von Paul Klee, ist beste Unterhaltung durch Spritzigkeit der Figuren, wunderbare Dialekte und witzige Szenen garantiert, wenn zum Beispiel der Tod und Frau Tod rhythmisches Anschleichen mit Doppelschreck üben. Ich fand´s gut!