Rückblick

26. Pole Poppenspäler Tage 2009

Das Geheimnis der roten Enten
Tandera-Theater, Testorf

Auf der Bühne stehen zwei menschengroße Türme. Die beiden Puppenspielerinnen erscheinen zunächst abwechselnd und erzählen schon mal, was die jeweils andere so vorzubringen plant. Leichter Spott und ironische Konkurrenz zwischen den beiden sind Teil des ideenreichen Spiels: Der rechte Turm wird aufgeklappt zum Führerhaus des Fernfahrers Herrn Frisch, der auf seinen weiten Fahrten von einer eigenen Familie träumt. Durch die Schuld seines Chefs verliert er nicht nur eine Lastwagenladung roter Spielzeugenten, sondern auch seine Arbeitsstelle. Der andere Turm ist die Bühne für den finnischen Jungen Tapani, der so gern in der Fußballmannschaft seines Idols Jukka mitspielen möchte. Doch Jukka übersieht ihn . . . Die verlorenen Enten bringen die beiden Geschichten auch optisch zusammen: die beiden Türme verwandeln sich in dreidimensionale Ostseestrände, die Flut läuft in dicken Wellen auf und bringt viele Entchen nach Finnland, wo sie einen Medienrummel auslösen. Auch Tapani rätselt über ihre geheimnisvolle Herkunft und vergißt darüber, Jukka anzuhimmeln. Und sogar für Herrn Frisch wird alles gut. Eine unternehmungslustige finnische Bibliothekarin findet an einem Entchen seine Adresse und entschließt sich zu ihm nach Deutschland zu fahren. Ein bißchen zu märchenhaft? Nun, immerhin ließ sich Marjileena Lembcke von einer wahren Begebenheit inspirieren: Vor einiger Zeit verlor ein Frachter einen Container mit Spielzeugenten. Man sagt, seither werden immer wieder welche auf den Meeren gesichtet. Und wenn man eine sieht, soll man sich ganz schnell etwas wünschen . . .