Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2008

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Die Muschellauscherin Figurentheater Paradox, Stuttgart
TheaterFusion, Berlin

In ei­nem Zim­mer sitzt Alma, eine jun­ge Frau, die so ger­ne ans Meer fah­ren wür­de. Es gibt aber ein Hin­der­nis: Sie schafft es nicht, den Raum zu ver­las­sen. Dazu hat sie viel zu viel Angst. Je­den Mor­gen aufs Neue klin­gelt der We­cker, je­den Mor­gen aufs Neue be­rei­tet sie sich auf die Fahrt vor und je­den Mor­gen aufs Neue ho­len sie die Über­le­gun­gen ein, was ihr pas­sie­ren könn­te, wenn Sie die Woh­nung ver­lässt. Wird sie auf der Trep­pe aus­rut­schen und sich das Ge­nick bre­chen, wird sie an der Bus­hal­te­stel­le vom Bus über­fah­ren wer­den, was kann noch al­les ge­sche­hen? Doch weil Al­mas Wunsch so groß ist, wird ihr schieß­lich die Fee Mia vom "Amt für schein­bar un­er­füll­ba­re Wün­sche" ge­schickt. Rasch er­kennt sie, dass für Alma nur "das ge­heim­nis­vol­le Pa­ket" mit dem Ha­sen in Fra­ge kommt. Alma macht sich mit dem Tier ver­traut, das sie im­mer wie­der er­mun­tert, den Schritt nach drau­ßen zu wa­gen. Und die Lie­be zu dem Ha­sen bringt sie schließ­lich auch dazu, Woh­nung und Haus zu ver­las­sen und sich end­lich auf den Weg zu ma­chen.
Das Spiel war am An­fang et­was lang­wie­rig und kam nur lang­sam in Schwung. Der kla­ren Dar­stel­lung der Angst­ge­füh­le wur­de viel Raum ge­ge­ben. Man kann sie gut nach­voll­zie­hen. Auch, wie schwer es ist, eine Uran­gst zu über­win­den, kam gut zum Aus­druck. Eben­falls gut dar­ge­stellt war die Ur­sa­che der mul­tip­len Ängs­te Al­mas durch ei­nen Zei­chen­trick­film. Die Kin­der fie­ber­ten mit Alma und dräng­ten sie. "Nimm den Schlüs­sel! Trau Dich!" Sie moch­ten den Ha­sen, der Alma ge­schickt wur­de. Sei­ne Strei­che und Er­mun­te­run­gen sorg­ten im­mer wie­der für er­leich­tern­des La­chen beim Pub­li­kum.
Eine be­mer­kens­wer­te Auf­füh­rung, der die Kin­der bis zum Ende ge­spannt folg­ten.
Irm­gard Wink­ler-Schmidt