Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2008

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Stein und Rose Puppentheater Rosi Lampe, Leipzig

Die­ses we­nig be­kann­te Mär­chen von The­o­dor Storm zeig­te Rosi Lam­pe im Rah­men der Storm­ta­gung. Als Be­die­nung im Café be­rich­tet sie, wie die Klatsch­ba­sen der klei­nen Stadt sich den Mund über das Ehe­paar Hin­zel­mei­er zer­rei­ßen.
Dann öff­net sie die Ku­lis­sen ei­nes büh­nen­gro­ßen Mär­chen­bu­ches. Für den Sohn der Hin­zel­mei­ers ist näm­lich ist die ewi­ge Ju­gend sei­ner El­tern ganz selbst­verständ­lich. Er liebt sei­ne be­zau­bern­de Mut­ter und sei­nen für­sorg­li­chen Va­ter. Und die er­zäh­len ihm ei­nes Abends das Ge­heim­nis ih­rer Lie­be und ih­rer Ju­gend. Die Ge­schich­te von den Ro­sen­jung­frau­en, die ei­nem Mann, wenn er Glück hat, ein­mal be­geg­nen. Wenn er sie er­kennt, sich in sie ver­liebt und mit ihr sei­nen Le­bens­weg wei­ter­geht, dann ist bei­den die ewi­ge Ju­gend ge­wiss. Aber nur we­ni­ge Män­ner ver­mö­gen das. Auch wa­gen nur we­ni­ge der zar­ten Ro­sen­jung­frau­en den Gang auf die Erde. Fin­den sie nicht den, der für sie be­stimmt ist, oder er­kennt er sie nicht, kön­nen sie es nach drei mal drei Jah­ren noch ein­mal ver­su­chen. Aber ach: noch we­ni­ger Jung­frau­en sind mu­tig ge­nug, den Gang ein zwei­tes mal zu wa­gen.
Das Kind Hin­zel­mei­er hört die Ge­schich­te und be­wahrt sie in sei­nem Her­zen. Er wächst he­ran zu ei­nem statt­li­chen jun­gen Mann, den sei­ne El­tern in die Leh­re zu ei­nem ge­lehr­ten Mann schi­cken. Nach fast drei Jah­ren Leh­re drängt es Hin­zel­mei­er, auf Rei­sen zu ge­hen. Sein Meis­ter schenkt ihm ei­nen Ra­ben, der ihn zum Stein der Wei­sen füh­ren soll. Denn: "Al­les Wis­sen der Men­schen ist wie Sand in der Hand". Bald schon muss sich der Jüng­ling ent­schei­den zwi­schen dem Ruf des Ra­ben und der Su­che nach der Ro­sen­jung­frau. . . .
Mit ru­hi­gen Bil­dern in den Ku­lis­sen des Mär­chen­bu­ches (gestaltet von Antje Homuth) wur­den die Zu­schau­er mit­ge­nom­men in die an­rüh­ren­de Ge­schich­te. Die ein­fa­che Me­lo­die vom Lied der Ro­sen­jung­frau­en be­glei­te­te ei­nen noch lan­ge nach der Vor­stel­lung. Viel­leicht be­geg­net ei­nem ja doch die Ro­sen­jung­frau (oder der Ro­sen­mann) und schenkt ei­nem, wenn schon nicht die ewi­ge äu­ße­re Ju­gend, so doch durch die ewi­ge Lie­be die in­ne­re Ju­gend.