Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2008

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Vom Fischer und seiner Frau Lille Kartofler Figurentheater, Langenfeld

Das nord­deut­sche Mär­chen "Vom Fi­scher und sei­ner Frau", die Ge­schich­te vom Ver­har­ren wol­len und Vor­wärts­drän­gen hier in ei­ner In­sze­nie­rung des Lil­le Kar­tof­ler The­a­ters von Matt­hi­as Ku­chta. Ku­chta war seit 1987 mit mehr als 70 Auf­füh­run­gen bei den Pole Pop­pen­spä­ler Ta­gen ver­tre­ten. Sei­ne kinds­gro­ßen, wei­chen Fi­gu­ren, die er zu­sam­men mit Mech­tild Ni­en­a­ber ge­stal­te­te (Fi­scher: Matt­hi­as Ku­chta, Frau: Mech­tild Ni­en­a­ber) wur­den auch dies­mal ge­konnt in Sze­ne ge­setzt. Der Fi­scher, der mehr den Wol­ken nacht­räumt als den Le­bens­un­ter­halt für sei­ne Fa­mi­lie zu er­wer­ben, fängt den ver­zau­ber­ten Butt und lässt ihn wie­der frei. Sei­ne Frau, un­glück­lich mit dem küm­mer­li­chen Da­sein, treibt ihn an, vom Butt et­was für die Frei­las­sung zu ver­lan­gen: Ein hüb­sches klei­nes Haus bringt nur kur­ze Zeit Zu­frie­den­heit. Bald soll es mehr sein, und im­mer mehr, bis sie sich wünscht, Macht über den Auf- und Un­ter­gang der Son­ne zu ha­ben und . . . . . zu­rück­fällt in den Pis­spott, in dem sie wie­der ihr küm­mer­li­ches Da­sein fristen muss. Dem Mann ver­ur­sa­chen die stän­dig wei­ter­ge­hen­den For­de­run­gen sei­ner Frau sicht­lich Un­be­ha­gen. Sein "Mant­je, Mant­je Tim­pe­te" wird be­glei­tet von ei­ner wi­der­stre­ben­den Be­we­gungs­ges­tik. Mit je­dem neu­en Wunsch der Frau, mit je­der Stei­ge­rung ih­res Macht­an­spru­ches win­det sich der Butt hef­ti­ger in sei­nem Meer, vers­tär­ken sich der Wind und der Sturm - des­sen Ge­räusch­ku­lis­se Ku­chta ein­drucks­voll von den Kin­dern ge­stal­ten lässt. So wie über­haupt Kin­der aus dem Pub­li­kum mit ein­be­zo­gen wer­den in die Hand­lung: als Die­ner am kö­nig­li­chen Hof, als Be­wah­rer von Schät­zen oder Lei­ter von Mu­se­en. Und die Kin­der ge­nos­sen es. Auf ein: "Wer hat hier 'ich' ge­ru­fen", scholl Ku­chta ein viels­tim­mi­ges "Ich, ich, ich" ent­ge­gen. Selbst­verständ­lich konn­ten sie der "stürm­sche Be­we­gungs­ku­lis­se" des Pup­pen­spie­lers, zu­sam­men mit dem Fi­scher, ein im­mer lau­te­res "Mant­je Mant­je Tim­pe­te" ent­ge­gen­set­zen.
Und so ge­lang eine sehr le­ben­di­ge In­sze­nie­rung des al­ten Mär­chens, das durch die Ein­be­zie­hung der Kin­der im­mer neue Va­ri­a­ti­o­nen er­fährt.