Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2008

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Ganz weit woanders Dorftheater Siemitz, Siemitz

Ganz weit wo­an­ders - so ver­sun­ken wa­ren die Zu­schau­er in das be­ein­dru­cken­de Schat­ten­spiel aus Far­ben und For­men. Dem Dorf­the­a­ter Sie­mitz ist es aus­ge­zeich­net ge­lun­gen, die Er­zäh­lung "Das Lä­cheln am Fuße der Lei­ter" von Henry Mil­ler in Bil­der zu ver­wan­deln und so­mit ein ein­ma­li­ges The­a­ter­kunst­werk zu zei­gen. Das The­a­ter gas­tier­te be­reits mit an­de­ren groß­ar­ti­gen Schat­ten­the­a­ter­stü­cken in Hu­sum und sie gel­ten als die gro­ßen Meis­ter des mo­der­nen Schat­ten­the­a­ters.
Die Schat­ten­bil­der, mal far­big, mal schwarz-weiß, zeig­ten die Welt des Ar­tis­ten Au­gust, der auf ei­ner Lei­ter bis zum Mond ge­lan­gen konn­te, bis ein jä­her Ab­sturz ihn ins Nichts führ­te. Die far­bi­gen Bil­der zeig­ten die Grat­wan­de­rung des Clowns zwi­schen den Wel­ten, mit alle ih­rer Ab­surdi­tät und ih­rer Po­e­sie. In die­ser fast „Traum­welt", wer­den die zur Er­zäh­lung ­ge­hö­ren­den Il­lust­ra­ti­o­nen von Joan Miró zu Sinn­bil­dern. Va­ri­a­ti­o­nen der Bild­grö­ße und Far­be, wie auch die un­ter­schied­li­che Sicht auf die Schat­ten­fi­gu­ren ha­ben die­ses ein­ma­li­ge Schat­ten­stück zu ei­nem Schatz vol­ler Po­e­sie und Fas­zi­na­ti­on wer­den las­sen.
Die ei­gens für die­ses Stück kom­po­nier­te Mu­sik und der Ge­sang un­ter­strei­chen die Stim­mung der Er­zäh­lung und ge­ben dem Stück die pas­sen­de Dra­ma­tik.
Die Fas­zi­na­ti­on des Schat­ten­spiels zog die Zu­schau­er auch nach der Vor­stel­lung in ih­ren Bann. Hin­ter der Büh­ne konn­te je­der die Tech­nik, oft bes­te­hend aus ein­falls­rei­chen Ideen, be­stau­nen und die skur­ri­len Fi­gu­ren des Stü­ckes be­trach­ten.
Sa­bi­ne Zin­ne­cker und Diet­mar Stas­ko­wi­ak ist mit ih­rer In­sze­nie­rung und ih­rer ei­ge­nen Mu­sik ein The­a­ter­stück von gro­ßer Sinn­lich­keit ge­glückt.
Re­gi­na Gärt­ner