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Kranichmädchen. Geschichte vom Glück Cassiopeia Theater, Köln

Das „Kran­ich­mäd­chen. Ge­schich­te vom Glück“ für Kin­der und Er­wach­se­ne war wirk­lich et­was ganz Be­son­de­res. In­spi­riert von ja­pa­ni­schen Mär­chen brach­te es sei­nen ganz ei­ge­nen po­e­tisch-frem­den Zau­ber auf die Büh­ne, dem sich we­der die Schü­ler noch die Er­wach­se­nen ent­zie­hen konn­ten oder woll­ten. Ein­fühl­sam wur­de von Clau­dia Hann mit Groß­pup­pen die Ge­schich­te zwei­er ja­pa­ni­scher Kin­der er­zählt – ei­nem sich aus Dank­bar­keit für ihre Ret­tung in ein Men­schen­kind ver­wan­del­ten Kran­ich­mäd­chen und ei­nem ar­men, länd­li­chen Jun­gen mit vie­len Träu­men.
Juta­ro hat­te ei­nes Mor­gens den jun­gen, wei­ßen Kra­nich aus ei­ner Schlin­ge be­freit, als er für sich und sei­nen Groß­va­ter Holz für den Ver­kauf sam­mel­te. Als Mäd­chen klopf­te der Kra­nich dann an ih­rer bei­der Tür, um Glück, Ver­zau­be­rung und be­schei­de­nen Wohl­stand über die Fa­mi­lie zu brin­gen. Nach­dem das klei­ne Kran­ich­mäd­chen nicht nur mit dem Jun­gen ge­spielt, ihm bei der Ar­beit ge­hol­fen und für sei­ne Fa­mi­lie ge­kocht hat­te, wob sie un­ter Ent­beh­run­gen ein wun­der­schö­nes Tuch mit den Kran­ich­fe­dern ih­res Schwar­mes und ret­te­te da­mit die Fa­mi­lie aus gro­ßer Not. Selbst­los ließ Juta­ro am Schluss das vom ihm so sehr ge­lieb­te Kran­ich­mäd­chen ge­hen, bzw. zu sei­ner Vo­gel­fa­mi­lie da­von flie­gen.
Zuerst er­schie­nen uns die gro­ßen Pup­pen auf ih­ren Mik­ro­phon­stän­dern et­was zu steif – wür­den sie es schaf­fen, die Zu­schau­er, be­son­ders die jün­ge­ren, bei der Stan­ge zu hal­ten? Doch es ge­lang vor­züg­lich, und es wur­de uns klar, dass ge­ra­de die­se ge­wan­de­ten und ker­zen­ge­ra­den Fi­gu­ren sehr gut zu der ja­pa­ni­schen Kul­tur des Stü­ckes pass­ten, zu ih­rer In­ten­si­tät bei­tru­gen.
Clau­dia Hann wob ihre ganz ei­ge­ne Welt um die Kin­der und de­ren Groß­va­ter und be­zau­ber­te an aus­ge­wähl­ten Stel­len mit ih­rem wun­der­ba­ren Ge­sang, ih­rer aus­ge­bil­de­ten Stim­me. Auch die ef­fekt­vol­le Be­leuch­tung brach­te die sub­ti­le Schön­heit der Pup­pen voll zur Gel­tung, die be­glei­ten­den Klang­er­leb­nis­se in­ten­si­vier­ten die Sze­nen.
Eine wirk­lich schö­ne Ge­schich­te, ge­fühl­voll um­ge­setzt und be­stimmt un­ver­gess­lich.
Ni­co­la Fisch­bach und Ast­rid Ber­ger