Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2008

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Diener zweier Herren Hohenloher Figurentheater, Herschbach

Mit dem Ma­ri­o­net­ten­spiel nach ei­ner der er­folg­reichs­ten Ko­mö­di­en von Car­lo Gold­oni ha­ben Jo­han­na und Ha­rald Sper­lich vom Ho­hen­lo­her Fi­gu­ren­the­a­ter wie­der ei­nes ih­rer Klein­ode auf die Büh­ne ge­bracht. Aus­drucks­star­ke Fi­gu­ren von Bar­ba­ra und Gün­ter Wein­hold so­wie eine Ku­lis­se, die an Bil­der von Ca­na­let­to er­in­nert, füh­ren in das Ve­ne­dig des 18. Jahr­hun­derts. Hier ver­dingt sich Truf­fal­di­no gleich bei zwei Her­ren und schwin­delt sich mit herr­li­chem Au­gen­rol­len und ele­gant bis toll­pat­schi­gen Be­we­gun­gen durch die Ver­wechs­lungs­ko­mö­die bei der am Ende zwei lie­ben­de Paa­re zu­sam­men­fin­den. Jo­han­na und Ha­rald Sper­lich, per­fekt in An­leh­nung an Kostü­me der Zeit ge­klei­det, füh­ren die kurz ge­schnür­ten Ma­ri­o­net­ten auf of­fe­ner Büh­ne. Alle männ­li­chen Stim­men wer­den von Ha­rald Sper­lich ge­spro­chen, der es stets ver­mag, den Blick des Zu­schau­ers auf die je­weils ak­ti­ve Fi­gur zu len­ken. Alle weib­li­chen Stim­men spricht Jo­han­na Sper­lich. Wo im­mer die Dra­ma­tur­gie es ver­langt, wech­seln die Fi­gu­ren rei­bungs­los aus der Hand des ei­nen in die Hand des an­de­ren Spie­lers, so dass der Zu­schau­er, trotz der of­fe­nen Fi­gu­ren­füh­rung mit sei­nem Blick bei der Fi­gur bleibt. Da­rü­ber hinaus set­zen klei­ne Gags amü­san­te Ak­zen­te. Groß­ar­tig!