Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2008

Zurück zur Übersicht 2008

Der standhafte Zinnsoldat Figurentheater Raphael Mürle, Pforzheim

Feu­er, Was­ser, Luft und Erde - selbst­verständ­lich und doch eine Wun­der­welt, wenn man be­ginnt, da­rü­ber nach­zu­den­ken. Luft kön­nen wir spü­ren, aber nicht se­hen. Sie kann uns weich um­schmei­cheln oder fast um­we­hen. Mit Ge­dan­ken über die vier Ele­men­te be­ginnt Ra­pha­el Mür­le die Ge­schich­te vom stand­haf­ten Zinn­sol­da­ten nach Hans Chris­ti­an An­der­sen. Kin­der­spiel­zeug aus Zinn ist heu­te nicht mehr üb­lich. War es aber zu der Zeit, als An­der­sen das Mär­chen er­dach­te. Heu­te wür­de man viel­leicht über ein "coo­les Play­mo­bil­männ­chen" schrei­ben - ein we­nig po­e­ti­scher Ti­tel. Die Ge­schich­te des stand­haf­ten Zinn­sol­da­ten, der sich in die klei­ne Pa­pier­prin­zes­sin ver­liebt, ist zeit­los.
Mit schö­nen, ori­gi­nel­len Bil­dern, ru­hig und ein­fühl­sam, er­zählt Ra­pha­el Mür­le von der Rei­se des Zinn­sol­da­ten. Wie er aus dem Kin­der­zim­mer auf die Stra­ße ge­langt, von dort in ei­nem Pa­pier­schiff­chen in die Ka­na­li­sa­ti­on und ins Meer. Wie das durch­weich­te Pa­pier­schiff­chen un­ter­geht und der Sol­dat im Schlamm liegt, bis er über den Ma­gen des Fi­sches wie­der ins Kin­der­zim­mer zu­rück­kehrt. Wie er die vier Ele­men­te durch­streift, aber sei­ne Prin­zes­sin nicht er­rei­chen kann.
Ein Kunst­werk, voll Far­be, Über­ra­schun­gen und Wär­me, das die Zu­schau­er mit lang an­hal­ten­dem Bei­fall ho­no­rier­ten.