Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2007

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Dri Chinisin mit dim Kintribiss Figurentheater Raphael Mürle, Pforzheim

Eine Bühne. Ein Tisch. Dahinter ein Puppenspieler mit einem quadratischen Holzwüfel in der Hand. Ein Würfel?! Auf wundersame Weise kann man damit Zahlen, Farben und - Buchstaben würfeln, die kreative Wortfindungen bei den Steppkes im Publikum auslösen. „D . ." hm „D - wie D u r s t !" Es entsteht nun aus einem runden Bauklotz eine Tasse, aus einer Bauklotz-Zuckerdose und einem Bauklotz-Milchkännchen wird Zucker und Milch hinzugegeben, umrühren mit einem langen Holzstück - fertig. Genussvoll trinkt der Puppenspieler einen Schluck. Ein Naseweis unter den Zuschauern ruft ihm zu: „Da ist gar nichts drin!" - Mürle darauf: „Das glaubst Duu . . .". Auf diese Weise phantasiemäßig eingestimmt, wird eine Polizeistation "zusammengewürfelt", mit Telefon, Computer, Kaffeemaschine. Der Würfel hat nun seine Schuldigkeit getan - und das Bauklotz-Telefon klingelt . . . Jetzt beginnt die Geschichte. Durch das Telefon wird die Personenbeschreibung von drei Chinesen mit einem Kontrabaß durchgegeben, die unerlaubt auf einer Straße sitzen. Das schnell gebaute Polizeiauto Marke Bauklotz fährt unter Tatütata zum Ort des Geschehens. Sprachliche Verständigung gelingt mehr schlecht als recht, die 3 verstehen aber wohl, dass sie "virschwindin" sollen. Wenig später wieder ein Anruf: diesmal ist ein Schwertransporter gesichtet worden mit 3 Chinesen und einem Kontrabaß. Nun ist ein Strafzettel fällig, aber "Nahmand kann laasen!" Die Drei werden noch schlafend auf einer anderen Straße aufgefunden, natürlich in Gemeinschaft mit ihrem Kontrabaß. "Schlefen ef der Streeße est verbeeten!", worauf sie ihr Dasein legitimieren mit dem Satz "Wer mechen Meseek!" und schon loslegen mit ihrem Song (Tonbandmusik mit Mürle's Life-Gesang). Sie entkommen wieder, werden noch von der Hundestaffel gesucht, mit dem Hubschrauber aus der Luft verfolgt . . Inzwischen ist der Tisch aber zum Meer geworden und die 3 Chinesen schippern - düffdüff - samt Kontrabaß in verkleinerter Form mittels Bauklotz-Dampfer auf Abenteuerfahrt . . .
Raphael Mürle regt in einem Schlußsatz seine kleine Zuschauer an, nun selbst zu spielen, wiederzukommen, und das nächste Mal i h r e Geschichten vorzuführen . . Eine Metamorphose der Bauklötze rankte um das wandelbare Lied der "3 Chinesen mit dem Kontrabaß", auf Mürle-ART (ART hier = Kunst) mit feiner Spielführung - trotz der "Nur-Bauklötze" (außer den 3 Chinesen, deren geschnitzte Holzköpfe auf unterschiedlich großen Holzköpfen befestigt waren, und, na klar, dem Kontrabaß). Ob "die Kinder unserer Zeit" diesen Impuls einfacher Kreativität umsetzen können? Zu wünschen wäre, dass die Kindergärtnerinnen gleich eine Kiste mit Bauklötzen bereitstellten und die Kinder auf ihren Abenteuergeschichten begleiten . . . Dees weere scheen . . .