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Der gestiefelte Kater petit bec Figurentheater, Wetter

Nach dem „Nordfriesischen Fantasie Buffet“ in Stuck’s Gaststätte in Schwesing spielte Hiltrud Vorberg-Beck aus Wetter an der Ruhr ihre vergnügliche Fassung des „Gestiefelten Katers“ für Menschen ab 4. Mit weichen, knautschigen Stoffpuppen, die so groß waren wie die Kinder im Publikum, und einem Kater, der so räudig aussah, dass man verstehen konnte, warum der jüngste Müllersohn so enttäuscht über sein armseliges Erbe ist und am liebsten Handschuhe aus ihm schneidern würde. Der Märchen-Kater aber weiß, wie man einen armen Müllersburschen zum König macht, vorausgesetzt, er bekommt ein paar Stiefel. Diese kleine Investition macht nun auch nichts mehr aus und so kann der gestiefelte Kater seine Ideen in die Tat umsetzen. Mit Hilfe der Kinder fängt er zunächst einen Hasen und bringt ihn dem König, der gerade mit seiner Tochter wegen des Mittagsschlafs streitet und ihr zur Belohnung eine Überraschung verspricht: als Geschenk seines Herrn, des Grafen Karabas zu Sabarak. Schließlich weiß jeder, wie gern der König Rebhühner, nein, in diesem Fall Hasen verspeist. Aber dazu kommt es natürlich nicht, weil die Königstochter ihm Hasi als Spielgefährten abschwatzt. Plan 2 tritt in Kraft: Da der König mit seiner Tochter einen Ausflug zum See macht, wird flugs ein Zuber auf die Bühne gestellt, in den der Müllerssohn eintauchen muss. Nackig?!!! Natürlich, was sonst. Aber doch nicht vor allen Leuten? Und gar vor Königs! Nur zögernd zieht er sich aus und als die letzten Hüllen fallen, müssen alle die Augen zumachen. Die Kinder machen das wirklich, während wir Älteren seinen Schniepel sehen und der Kater die Kleider versteckt. Im Wasser aber wird der Junge putzmunter. Da nähert sich schon die königliche Kutsche und der Kater schreit Mordio, weil angeblich Räuber seinem Herrn, ja, dem Grafen K., die Kleider gestohlen haben. Der König lässt sogleich Hosen mit Goldfaden und Glitzerhemd bringen – und als der Müllersohn dem ‚See’ entsteigt, ist das Gelächter groß, bis die Kinder erneut ihre Augen schließen und eines von ihnen der Prinzessin ein Handtuch vorhält. Die ist mit der vermeintlichen Überraschung ihres Vaters mehr als zufrieden und bittet den ‚Grafen’ an ihre Seite. Fort geht die Kutschfahrt, vorbei an Feld, Wiese und Wald, und die aus den Kulissen auftauchenden Köpfe beschwören in verschiedenen Dialekten, dass das alles nicht etwa dem übermächtigen Zauberer, sondern dem Grafen gehört. Das hat ihnen bei Strafe der Kater geheißen, der bereits beim Schloss des Zauberers angelangt ist und so schleimt, dass der etliche Proben seiner Kunst sehen lässt und sich zum Beispiel in einen Löwen verwandelt. Worauf ein Knirps aus dem Publikum auf der Stelle die Beinchen in die Hand nimmt und schnurstracks über die Bühne entflieht. Als sich aber der eitle Zauberer, der als einziger einen Holzkopf hat, dazu hinreißen lässt, sich in eine Maus zu verwandeln, die flugs bei den Kindern unterkriecht, wird diese beschützt und erst nach einem eindrücklichen Appell des Katers wieder herausgerückt und verspeist. So kommt der Müllersohn auch noch zum eigenen Schloss, der Kater zu einem Ministerposten und wenn sie groß sind, sollen die Prinzessin und des Katers Herr König und Königin werden. Schließlich mögen sie sich jetzt schon!

Uta Beth