Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2007

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Egede Musikteatret Undergrunden, Vaerløse, Dänemark

Mitten in einem großen Rundhorizont ist die grönländische Landschaft aufgebaut. Mit wenigen Handgriffen verwandelt sie sich in ein Holzhaus, durch dessen Bretter die Grönländer Inuit lugen. In dieser dänischen Geschichte, die zum dortigen Schulstoff gehört, wird der Konflikt eines Vaters mit seinem Sohn geschildert: Im 18. Jahrhundert zogen beide nach Grönland, um die Ureinwohner zu christianisieren. Sein Sohn ist sehr offen für die Kultur der Inuit, interessiert sich für ihr Leben, will den Kranken helfen. Die Grenzen des Vaters sind manchmal schmerzlich, retten sein Leben, aber engen auch ein.
Das spielende Paar sind Opersänger; sie bringen dieses Genre jüngeren Schülern nahe. Hier singen sie alle Rollen in einer von ihrem Sohn Kasper Hemmer Phil hervorragend und eigens für diesen Stoff komponierten Musik.
Der Vater Hans Egede, mit einer präsenten Maske gespielt und gesungen von Niels Phil, dominiert die Szene; die Wendigkeit der kleineren Tischfiguren - der Junge und die Inuit - gespielt und gesungen von Kaja Phil, setzen ihm ihre Vitalität und ihren Trotz entgegen. Manchmal ziehen die Spieler den Rundhorizont auf, eine weite nordische Landschaft entsteht eindrucksvoll; dann wieder wird die Szene klein und heimelig, wie es in Iglus wohl so ist. Die Bilder sind stimmungsvoll, die Gestaltung der Inuit und des Jungen erinnern an einfache folkloristische Abbildungen und fügen sich in die Landschaft ein.
Manchmal wünscht man sich, dass ein Regisseur diese interessante Arbeit begleitet und ihnen Mut gemacht hätte, die Puppenführung noch mehr auszureizen und sie gleichberechtigt der ausgezeichneten Musik und den vielfältigen Bildern entgegenzusetzen.