Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2007

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einWANDfrei Kaufmann & Co., Koproduktion mit der Schaubude, Berlin, dem Velo Theatre, Frankreich, und dem TAO,

Einwandfrei
oder: wenn die äußere Sicherheit zur inneren der äußeren wird
Da sitzen drei Gestalten in nonnenähnlichen Gewändern mit dem Rücken zum Publikum. Eine Bewährungsprobe, denn sie müssen in dieser stillen Haltung verharren, bis allen ehrenamtlichen Macherinnen der Pole Poppenspälertage ein dickes Dankeschön für ihre Tätigkeit ausgesprochen wird und Antje Fischer, Marlene Friedrichsen und Bruni Neitzke eine Auszeichnung für 20 Jahre Unterstützung bekommen.
Mit Akkordeonmusik untermalt ahnt der Zuschauer auf der spartanischen, quasi nackten Bühne im Begleittext Gelesenes zu erfahren: Die Menschen leben in einer heilen Welt, ohne Verbrechen und Gewalt. Man begegnet sich mit immergleichem freundlichem Gruß, schon bei dem kleinsten Vergehen gehen die Alarmglocken los. Und schon ein Übermaß von Schokoladengenuss sowie das Eintrocknenlassen von Zahnpasta und das Zulassen von Emotionen durch den Gesang eines Chansons beim Auto fahren befördern unsere Darstellerinnen in die Gefängniszelle. Hier werden sie schon erwartet von einer Schar inhaftierter, Hand - und Stockpuppen der verschiedensten Charaktere. Und nun geht es auch richtig zur Sache, denn diese Puppen geben hier den Ton an, von Gewaltfreiheit ist keine Rede mehr. Unsere inhaftierten Puppenspielerinnen werden nun mit den übelsten Tätern konfrontiert. Erst als diesen der Ausbruch gelingt, wird der ursprüngliche „Strafraum" zur Zelle der Sicherheit, während sich draußen wieder Raum für Kriminalität öffnet.