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Robinson Crusoe Theater Pappmobil, Herne

Für den Klassiker von Daniel Defoe wählte Bernd Staklies vom Theater Pappmobil aus Herne als Aktionsfläche eine Tischplatte, die sich wandelte, auch gekippt werden konnte.

Die Geschichte beginnt mit dem Sturm, der Robinson auf einer einsamen Insel als Schiffbrüchigen zurücklässt. Er kann an den folgenden Tagen mit einem selbstgebauten Floß noch verschiedene Ausrüstungsgegenstände von dem gestrandeten Schiff retten, bevor er eines Morgens feststellen muss, dass es nach einem weiteren Sturm verschwunden ist. Er baut sich eine kleine „Festung", in deren Schutz er lebt. Er beginnt, Getreide anzubauen, zu jagen und Kleidung aus Ziegenfellen herzustellen. Abseits seiner Festung errichtet sich Crusoe noch eine Laube. Bei einer Expedition zum Westende der Insel macht er in der Entfernung im Ozean Land aus. Eines Tages entdeckt er im Sand einen Fußabdruck, der größer ist als sein eigener Fuß. Zwei Jahre später findet er am Strand die menschlichen Überreste eines Kannibalengelages.
Tatsächlich erscheinen Jahre später wieder Wilde auf seiner Insel und eines ihrer vorgesehenen Schlachtopfer läuft von zwei Kannibalen verfolgt in Richtung von Robinsons Versteck. Robinson und dem Verfolgten gelingt es, die beiden Kannibalen zu töten. Den zu ihm geflohenen Wilden, der später sein Freund und Diener wird, nennt Robinson Freitag zur Erinnerung an den Tag, an dem er ihm das Leben gerettet hat. Er bringt Freitag die englische Sprache bei und macht ihn vertraut mit der europäischen Lebensweise. Nach 28 Jahren können die beiden die Insel verlassen und Robinson kehrt zurück nach England.

Robinson Crouso und Freitag wurden durch Tischfiguren aus der Werkstatt von Jürgen Maaßen dargestellt. Bernd Staklies war Erzähler, innere Stimme im Dialog mit Robinson sowie Figurenspieler für Robinson und Freitag. Er inszenierte den Klassiker als ein Abenteuer des menschlichen Miteinanders voller Unzulänglichkeiten und kommunnikativer Missverständnisse, wobei nicht nur „der Wilde" (Freitag) der Lernende ist, sondern ein Austausch von Wissen und Kultur angedeutet wird, wenn z. B. Robinson die Sprache Freitags erlernen möchte. Die zeitliche Dimension - die lange Einsamkeit Robinsons wird durch den späten Auftritt Freitags wiedergegeben.