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Die Brüder Löwenherz Theater Tusculum mit dem Puppentheater des Theaters Junge Generation, Dresden

Das Buch von Astrid Lindgren erschien 1973 und sie beschäftigte sich hier mit dem Thema Tod. Um der Bühnenfassung des Theater Tusculum mit dem Puppentheater des Theaters Junge Generation aus Dresden folgen zu können, sollte man entweder das Buch gelesen oder die Filmfassung von 1977, für die Astrid Lindgren das Drehbuch schrieb, kennen.

Hauptpersonen sind die beiden Brüder Karl und Jonathan Löwe. Die Geschichte wird in der Ich-Form aus der Perspektive Karls erzählt. Karl, der von seinem Bruder Krümel genannt wird, ist schwer krank und weiß, dass er bald sterben muss. Jonathan versucht, seinem Bruder die Angst vor dem Tod zu nehmen, indem er ihm die phantastische Geschichte über Nangijala erzählt, wo er völlig gesund sein werde und den ganzen Tag Abenteuer erleben könne. Kurz darauf kommt Jonathan ums Leben, als er, um seinen Bruder zu retten, mit ihm aus ihrem brennenden Haus springt. Wenig später stirbt auch Karl und kommt zu seinem Bruder nach Nangijala. Die beiden nennen sich jetzt Löwenherz. Gemeinsam kämpfen sie gegen den bösen Tengil aus dem Land Karmanjaka, der das Dornrosental beherrscht und nun das Kirschtal, in dem die Brüder wohnen, erobern will. Dabei müssen sie auch gegen das Drachenweibchen Katla kämpfen, welches von Tengil durch ein besonderes magisches Horn beherrscht und gelenkt wird. Bei einem Kampf gelingt es Jonathan, das Horn zu erlangen.
Daraufhin ist er in der Lage, Katla zu befehlen, Tengil zu töten. Anschließend stößt er sie mit Hilfe eines Felsens in den Fluss der uralten Flüsse, wo sie auf den grünen Lindwurm Karm trifft. Karm und Katla sterben und versinken, ineinander verbissen, in den Fluten.
Doch wurde Jonathan von Katlas Feuer berührt, welches zu körperlicher Lähmung und langsamem Tod führt. Jonathan erzählt Karl, dass es auch nach Nangijala ein weiteres Land des Lebens gäbe, Nangilima. Die beiden Brüder springen ein zweites Mal in den Abgrund. Der letzte Satz des Buches lautet: „Ich sehe das Licht!"

Christine Müller und Magdalena Seyerle zeigten eine Mischung von Schauspiel und Figurenspiel. Karl und Jonathan Löwenherz waren als Tischfiguren gestaltet. Die übrigen Rollen wurden im stetem Wechsel von den beiden Absolventinnen der „Hochschule Ernst Busch" eindrucksvoll dargestellt. Besonders drastisch gelang die Umsetzung des Drachenkampfes, bei dem die Phantasie der Zuschauer gefragt war, da hier „nur" Geräusch und Lichtreflexe zur dramaturgischen Gestaltung herangezogen wurden.