Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2007

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Othello KOBALT Figurentheater Lübeck
Puppentheater am MEININGER THEATER
berliner marionettenbühne

Wenn Verrat Liebe zerstört . . .
Als Spiel mit Masken und Marionetten zeigte das KOBALT Figurentheater Lübeck eine wunderbare Inszenierung von William Shakespeare's „Othello" unter der Regie von Dietmar Staskowiak.
Ergreifend ist die tragische Geschichte Othellos, dem Mohren von Venedig, der aus Eifersucht seine geliebte Desdemona tötet. Als er erkennt, dass seine Eifersucht unbegründet ist, verzweifelt er und richtet sich selbst. Irregeleitet durch das böse Spiel des Intriganten Jago, das allein darauf ausgerichtet ist, die Liebe von Othello und Desdemona zu zerstören, sieht er keinen anderen Ausweg.
Die Umsetzung des Tehaterstücks als ein Spiel mit Masken und Marionetten war beeindruckend und die Figuren - vor allem Othello und Desdemona - in ihrer Zerbrechlichkeit geradezu anrührend. Sehr gelungen war auch der Einsatz der drei Narren, die kreativ-heiter-nachdenklich zu den einzelnen Szenen überleiteten. Auf diese Weise entlockten die Narren ihren Marionetten eine ungewöhnlich emotionale Ausdruckskraft, und es entstand ein komödiantisches Miteinander von Mensch und Marionette - einfach mitreißend. Mit ihrem facettenreichen Marionettenspiel bewegren die drei Puppenspieler Silke Technau, Stephan Schlafke und Sebastian Putz ihre Figuren gekonnt und mit großem Einfühlungsvermögen.
Entsprechend begeistert geagierte das Publikum im großen Rathaussaal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der lang anhaltende Beifall zeigte den engagierten Künstlern, wie sehr ihr Stück gefallen hat. Viele Besucher ließen es sich nicht nehmen, die von der Figurenbildnerin Doris Gschandtner entwickelten Marionetten nach der Aufführung aus nächster Nähe zu betrachten und in die Hand zu nehmen. Und es war nicht zu übersehen, dass so mancher von ihnen von der Gestaltung der Figuren - von ihrer Anmut - sehr beeindruckt war.