Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2006

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Odin Theater Paradox, Stuttgart
TheaterFusion, Berlin

Wer weiß schon noch so genau um was es im nordischen Mythos der Edda eigentlich ging? Dunkel erinnert man sich an germanische Götterwelten, und der geübte Kreuzworträtsellöser kann die Namen "Odin" und "Loki" sowie das Personal Asen und Nornen beisteuern. Von Tolkien, der sich von dem Werk inspirieren ließ, sind einem die Trolle geläufig und von Wagner die Wallküren. Mit deren Opulenz konnten Susanne Olbrich und Stephanie Rinke in ihrer Version der Edda mühelos mithalten. Manchmal respektlos, in starken, bisweilen skurrilen Szenen erzählten sie, ausdrucksstark unterstützt vom Geräuschspezialisten Max Bauer, die Geschichte vom Untergang des Hauses Odin. Der Urstoff aus dem (fast) alle Mythen gemacht sind - Liebe, Hass, Eifersucht und Habgier - kam hier, ganz zeitgemäß, beinahe als Comic daher. Olbrich und Rinke brachten die Götterwelt in einer temporeichen Mischung aus Erzähl-, Material- und Puppentheater auf die Bühne. Am Ende blieben nur die beiden Menschen, die Odin und seine Brüder einst geschaffen haben übrig. Und wie es mit denen weitergegangen sein mag, erzählen dann andere Sagen.