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Der kleine Häwelmann Figurentheater Ute Kahmann, Berlin

Da sitzt er nun in seinem roten Rollbett, wie ihn die Kinder aus dem Bilderbuch kennen:
Der kleine Blondschopf mit den wachen Augen, der noch lange nicht einschlafen möchte.
Die Mutter versucht vergeblich, ihn in den Schlaf zu wiegen. Beim steten hin und her spürt man die Solidarität der Eltern im Publikum, denen die Szene aus der Seele spricht: Selbst zum Umfallen müde strotzt das Kind vor Wachheit.
Jetzt ist der gute alte Mond gefragt. Liebevoll lässt Ute Kahmann den kleinen Häwelmann auf seine Strahlen die Nacht erobern. Dabei veranlasst er den Hahn zu verfrühtem Krähen und verwirrt er die Stadtbewohner in ihrer dämmrig verträumten Stadt. Plastisch erhebt sich der Wald mit seinen Tieren auf der Bühne. Nachdem der kleine Häwelmann auch hier nicht die gewünschte Anerkennung bekommt, macht er sich auf den Weg zu den Sternen, die liebevoll in einem Regenschirm hängen.
Mit überzeugend einfachen Bildern erreicht die Spielerin gekonnt das ganz junge Publikum. Teilweise mit Originaltext, teils mit dem Gespür für das Auslassen von Text an den richtigen Stellen begleitet sie die Zuschauer ohne Verniedlichung bis zum bekannten Ende.
Immer wieder versteht sie es, die Kinder in das Geschehen miteinzubeziehen.
Und auf die wiederholte Frage: "Kommt ihr mit?" hätte wohl auch Theodor Storm mit einem begeisterten "Ja" geantwortet.