Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2006

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Dr. Johannes Faust Hohenloher Figurentheater, Herschbach

Der Faust - ein Klassiker auf der Bühne des Figurentheaters. Schon Storm beschrieb ihn in seiner Novelle "Pole Poppenspäler" mit der er den wandernden Puppenspielern ein Denkmal setzte. Was lag also näher, als im Rahmen der Stormtagung mit einer Aufführung der traditionsreichen Hohenloher Puppenspieler auf Storms Spuren zu wandeln?
"Ein hochgewölbtes gotisches Zimmer zeigte sich. Vor einem aufgeschlagenen Folianten saß im langen schwarzen Talar der Doktor Faust und klagte bitter, daß ihm all seine Gelehrsamkeit so wenig einbringe, keinen heilen Rock habe er mehr am Leibe, und vor Schulden wisse er sich nicht zu lassen; so wolle er denn jetzo mit der Hölle sich verbinden." Und auch der Kasper hat in der Storm'schen Novelle seinen Platz: ""Pardauz!" rief es, und da war er. Mit einem Satz kam er auf die Bühne gesprungen, daß ihm das Felleisen auf dem Buckel hüpfte." All das findet sich in der Inszenierung der Hohenloher wieder.
Wie schon in den vergangenen Jahren überzeugten Johanna und Harald Sperlich durch ihr farbenreich akzentuiertes Spiel mit dem sie den altbekannten Stoff lebendig in Szene setzen. Perfekte Figurenführung, stimmliche Brillanz und Variationsbreite sowie die ausdrucksstarken Figuren von Jürgen Maaßen zeigten traditionelles Puppenspiel mit modernen Aspekten. Das kann man mehr als einmal sehen!