Rückblick

22. Pole Poppenspäler Tage 2005

Tannhäuser
Dresdner Figurentheater

Der seelische Kampf Tannhäusers (alias Wagners) zwischen seinen niederen Trieben, seiner Sinneslust und dem Drang nach Höherem, nach reiner Liebe, wurden hervorragend dargestellt. Zutiefst berührend das Spiel der Elisabeth, der Verkörperung reiner Liebe. Sie ist es, die Thannhäuser, der sich, verstoßen von seinen freunden und verdammt vom Papst, in wilder Verzweiflung dem Laster ergeben will, durch wahre Liebe erlöst. Jörg Bretschneider und Heidi Zangerle ist es gelungen, mit diesem bewegenden Spiel die Herzen der Zuschauer zu erreichen, nicht zuletzt deshalb, weil das Thema - Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Himmel und Hölle - höchst aktuell ist. Unbedingt zu erwähnen sind die wundervollen Figuren von Matthias Hänsel - engelhaft schön die Elisabeth. Ein Dankeschön an die Dresdner, die mutig, ideenreich und mit großem Können versucht haben, sich über den "Thannhäuser" mit der widersprüchlichen Person Richard Wagners auseinanderzusetzen. Ein Theatererlebnis, das tief berührte, auch nachdenklich stimmte.